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Neukirchen-Vluyn
Wer möchte ein Familienpate werden?

Neukirchen-Vluyn: Wer möchte ein Familienpate werden?
In Bosnien haben die Familien oft noch viele Kinder. Das stellt die Eltern jedoch auch vor große Herausforderungen. Die Bosnienhilfe unterstützt bedürftige Familien. Vor Ort sind Helfer wie Priester und Ordensfrauen die Ansprechpartner und Vermittler. FOTO: privat
Neukirchen-Vluyn. Seit die Bosnienhilfe der Caritas im Jahr 1992 startete, können Interessierte bosnische Familien mit Geld unterstützen. Heribert Hölz, Bosnienhelfer aus Neukirchen-Vluyn, hofft auch weiterhin auf engagierte Bürger. Von Stefan Gilsbach

Schon ins dritte Jahrzehnt geht das Engagement von Heribert Hölz für die Bosnienhilfe. Der Neukirchen-Vluyner, der im Auftrag der Caritas Duisburg bedürftigen Menschen auf dem Balkan beisteht, hatte einst mit den sogenannten Familienpatenschaften sein Wirken in dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Land begonnen.

"Das war im Jahr 1992, damals war ich zum ersten Mal in Bosnien", erinnert sich Hölz, der bis heute Hunderte von Fahrten in das ehemalige Krisengebiet unternommen hat. Doch die Patenschaften für bedürftige Familien gibt es nach wie vor. Und noch immer gibt es Bedarf dafür.

Das Prinzip ist einfach: Ein Spender stellt einer Familie für den Zeitraum eines Jahres eine Geldsumme zur Verfügung. "Angefangen haben wir damals - es war ja die Zeit vor dem Euro - mit 600 D-Mark für ein halbes Jahr. Inzwischen sind es 300 Euro für ein ganzes Jahr, also 25 Euro pro Monat. Das klingt nicht nach viel, doch in Bosnien ist das eine Menge Geld, wenn man bedenkt, dass ein Brot für 50 Cent zu bekommen ist.

Zurzeit gebe es rund 70 Patenschaften, somit kommen den betroffenen Familien insgesamt 21 000 Euro zugute. Hölz betont immer wieder, dass auch nach dem Ende des Krieges die Lage für viele Menschen in Bosnien katastrophal schlecht ist. Ein soziales Sicherungsnetz wie in Deutschland gibt es nicht. Die Politiker bedienen hauptsächlich die eigenen Volksgruppen, von Solidarität und Gemeinschaftsgefühl ist noch wenig zu spüren.

Immer wieder weist Heribert Hölz darauf hin, dass durch die unbürokratische Arbeitsweise der Caritas-Bosnienhilfe das Geld auch dort ankommt, wo es hingehört. Helfer vor Ort, darunter Pfarrer, Ordensleute und Lehrerinnen, bestätigen mit Unterschrift, dass alles ordnungsgemäß abgelaufen ist. "Ich besuche regelmäßig die Familien, aber ich kann nicht alle aufsuchen", sagt Hölz. Die Mehrheit der Paten engagiere sich länger als nur ein Jahr, aber die Bosnienhilfe stelle das natürlich jedem frei.

"Die Spender bleiben für die Familie anonym, aber sie selber wissen, an wen die Hilfe geht." Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Spender möglicherweise mit brieflichen Bitten um Geld angegangen werden. "Es kommt aber auch vor, dass die Spender den persönlichen Kontakt nach Bosnien aufnehmen möchten", berichtet Heribert Hölz.

Wer sich entscheidet, eine Familienpatenschaft zu übernehmen, dem ist die Zahlungsweise selber überlassen: Ob per Dauerauftrag, ob nach Quartal oder einmal im Jahr, das entscheidet der Spender. Wenn erwünscht, werden auch Spendenquittungen ausgestellt.

Mehr Informationen unter 02845 5686 oder 0203 781099 (vormittags).

Quelle: RP
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