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Neukirchen-Vluyn
Zeller (SPD): Der Protest ist nachvollziehbar

Neukirchen-Vluyn: Zeller (SPD): Der Protest ist nachvollziehbar
Gut 200 Menschen hatten am Dienstag auf dem Vluyner Platz gegen die Schließung des Bücherei-Standorts demonstriert. FOTO: kdi (archiv)
Neukirchen-Vluyn. Dennoch bleiben SPD und CDU beim Plan, den Bücherei-Standort Vluyn aufzugeben. Von Josef Pogorzalek

CDU und SPD haben sich gestern von der Demonstration gegen die Schließung des Bücherei-Standorts Vluyn unbeeindruckt gezeigt. Die Fraktionen werden in der Sitzung des Bildungssausschusses nächsten Mittwoch bei ihrer bisherigen Haltung bleiben. Das haben gestern Heiko Haaz (CDU) und Günter Zeller (SPD) angekündigt. Zeller zeigte zwar Verständnis für den Protest der Bürger. "Es gibt ja den subjektiven Eindruck: Es wird etwas weggenommen." Dennoch führe vor dem Hintergrund des Haushaltssicherungskonzepts kein Weg an der Schließung vorbei - es sei denn, an anderen Leistungen werde gespart oder Steuern werden erhöht. Die Verwaltung hat ausgerechnet, dass die Bücherei-Schließung jährlich mindestens 50.000 Euro Ersparnis bringt.

Gut 200 Menschen hatten am Dienstagabend auf dem Vluyner Platz gegen die Schließung demonstriert. "Die große Masse der Menschen ist nicht dagewesen", stellte Haaz gestern fest. Er zog daraus den Schluss, dass die Mehrheit der Vluyner dem Schließungsvorschlag zustimmt oder ihm gleichgültig gegenübersteht. Haaz lehnte es ausdrücklich ab, von einer Bücherei-Schließung zu sprechen. Es werde lediglich ein Standort aufgegeben. "Die Leute müssen begreifen: Wir sind eine Stadt. Wir bekommen als Neukirchen-Vluyn mit 27.000 Einwohnern eine schöne, neue, moderne Bücherei."

Wie berichtet wird der Bücherei-Standort am Missionshof in Neukirchen umgebaut und modernisiert. Durch Einbeziehung früherer Räume von Radio KW soll ein Veranstaltungssaal entstehen, ein Aufzug wird eingebaut, die zwei Ebenen im Erdgeschoss werden durch eine Rampe verbunden. Die Bücherei soll einem sich verändernden Nutzerverhalten angepasst werden. Ein neues Konzept ist geplant, Vorbild dafür ist die Mediathek in Kamp-Lintfort. Für einen Großteil der in Vluyn vorhandenen Medien ist am Standort Neukirchen Platz vorhanden. Ein Teil der Jugendliteratur soll auf Schulbibliotheken verlagert werden, sagte Haaz. Auf Nachschlagewerke lasse sich verzichten. "Die werden kaum noch genutzt, die Leute schauen lieber bei Wikipedia im Internet nach."

Zeller erinnerte daran, dass bis zum Abschluss der Modernisierung in Neukirchen eine Dependance der Bücherei im kleinen Saal der Kulturhalle bleiben soll. Es gebe die Option, dass dieser Ableger auf Dauer erhalten bleibt, sofern er gut angenommen werde. Dagegen wies Heiko Haaz daraufhin, dass eine dauerhafte Nutzung des kleinen Saals neue Brandschutzmaßnahmen erfordern könnte. "Daran will ich gar nicht denken."

Schlecht zu sprechen sind sowohl SPD als auch CDU auf die Grünen, die zu der Demo aufgerufen hatten. "Wir haben ein Jahr lang alle Argumente intern diskutiert", sagte Haaz. Die Grünen seien daran beteiligt gewesen. Haaz erwartet eine schwierige Diskussion im Ausschuss für Bildung. Möglich, dass die Bürgerproteste dort weitergehen. Bei Facebook wurde dazu aufgerufen, die Sitzung möglichst zahlreich zu besuchen.

Quelle: RP
 
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