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Neuss
1750 Schüler laufen für den Frieden

Neuss: 1750 Schüler laufen für den Frieden
Um 11.30 Uhr startete am Dienstag der erste Neusser Friedenslauf im Rennparkpark, bei dem 1750 Schüler aus vier Neusser Schulen mitmachten. Für jede gelaufene Runde sammelten sie Spenden. FOTO: Georg Salzburg
Neuss. Beim ersten Neusser Friedenslauf im Rennparkpark sammelten Kinder und Jugendliche aus vier Schulen Spenden, mit denen Projekte für syrische Flüchtlinge im Libanon finanziert werden sollen. Von Joris Hielscher

Zwanzig Minuten nach dem Start setzte ein heftiger Platzregen ein. Innerhalb kurzer Zeit waren die 1750 Schüler, die gestern im Rennbahnpark liefen, patschnass - und das bei gerade einmal 13 Grad. Während einige vor dem Regen flüchteten, trotzten die meisten Kinder und Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren dem Wetter und drehten unbeirrt ihre Runden. Denn sie liefen für einen guten Zweck. Pro Runde, rund ein Kilometer lang, sammelten die Läufer Spenden, mit denen Projekte für syrische Flüchtlinge im Libanon finanziert werden.

Das Konzept, Spenden durchs Laufen zu gewinnen, nennt sich Friedenslauf. Während solche Läufe schon in anderen Städten stattfanden, erlebte Neuss gestern eine Premiere. Beim ersten Neusser Friedenslauf machten besagte 1750 Schüler aus vier Neusser Schulen - dem Nelly-Sachs-Gymnasium, dem Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, der Gesamtschule Nordstadt und der Realschule Südstadt - mit. Organisiert wurde der Lauf von den Schülern selber, und zwar von der Bezirksschülervertretung.

Die Idee dazu hatte Pola Brünger, die gerade ein Freiwilliges Jahr beim Forum Ziviler Friedensdienst in Bonn macht. Die Friedensorganisation hatte schon Läufe in anderen Städten angeschoben, und so wollte die 18-Jährige, die im vergangenen Jahr ihr Abitur am Nelly-Sachs-Gymnasium gemacht hat, die Veranstaltung nach Neuss bringen.

Die Idee dabei ist, dass sich die teilnehmenden Schüler einen Sponsor suchen. Das sind in der Regel Eltern und Verwandte oder kleine Unternehmen vor Ort. Diese versprechen, pro Runde einen bestimmten Betrag zu spenden. Das Geld geht an das Forum Ziviler Friedensdienst, das damit Projekte im Libanon fördert. Denn der kleine Staat am Mittelmeer beherbergt im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung die meisten Flüchtlinge weltweit: Auf knapp sechs Millionen Einwohner kommen fast 1,5 Millionen Vertriebene aus Syrien. Viele von ihnen leben unter erbärmlichen Bedingungen. Das Forum Ziviler Friedensdienst hilft vor Ort dabei, Konflikte zwischen Einheimischen und Flüchtlingen gewaltfrei zu lösen.

"Durch den Lauf, der ja mit einem emotionalen Höhepunkt verbunden ist, bleibt das Thema viel besser hängen", sagt Christoph Bongard vom Friedensdienst. Die Schüler lernen so etwas über die Lage der Flüchtlinge in Libanon, aber könnten auch die besser verstehen, die nach Deutschland kommen. Friedensbildung könne so im Unterricht etabliert und eine Willkommenskultur gefördert werden. "Wir machen die Friedensläufe ganz bewusst lokal", sagt Bongard.

"Rund um den Lauf beschäftigen sich viele Menschen mit dem Schicksal der Flüchtlinge", sagte auch Gesundheitsminister Hermann Gröhe. Er eröffnete den Friedenslauf, für den er auch als Schirmherr fungiert. "Ich finde es großartig, dass die Schüler das selbst organisieren und dass Neuss jetzt zu den Städten mit einem Friedenslauf gehört."

Die Initiatorin Pola Brünger ist nach der monatelangen Planung einfach nur erleichtert: "Ich bin sehr froh, dass so viele gekommen sind." Und trotz des schlechten Wetters für eine gute Sache laufen.

Quelle: NGZ
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