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Neuss
20 Jahre Musicalwochen in Neuss

Neuss. Akteure der ersten Stunde kamen am vergangenen Sonntag in den Pauline-Sels-Saal des Romaneum, um gemeinsam das 20-jährige Bestehen der Neusser Musicalwochen zu feiern - und um in Erinnerungen zu schwelgen. Von Rudolf Barnholt

20 Jahre Neusser Musicalwochen, 20 Produktionen, 1000 Mitwirkende, 30.000 Besucher: Dieses Bestehen wurde am Sonntag-Abend im Pauline-Sels-Saal des Romaneum gefeiert. Mit dabei waren unter anderem Akteure der ersten Stunde, die alle eine Erfahrung gemacht hatten: Die Vorbereitungen zu den Musicals und die Aufführungen haben ihnen sehr viel gebracht, einige der Darsteller haben diese Leidenschaft zu ihrem Beruf gemacht. Und das Schöne an der Sache: Am 11. Dezember wird es ein Casting geben für neue junge Talente mit Durchhaltevermögen.

Reinhard Knoll, der Leiter der Musikschule, und Hans Ennen-Köffers, der Leiter des Kulturforums Alte Post, erinnerten sich: "Wir haben vor 20 Jahren rumgesponnen über eine studienvorbereitende Orientierung in den Bereichen Theater und Musik." Aus einer Spinnerei wurde schnell Realität, parallel zum Shakespeare-Festival im Mai 1996 wurde "Der Mann von La Mancha" aufgeführt, die Regie führte damals Hans Ennen-Köffers, die künstlerische Leitung hatte Reinhard Knoll übernommen. "Es ist heute fast ein bisschen wie bei einem Familientreffen", sagte Ennen-Köffers.

Moderatorin Birgit Wilms interviewte Akteure von einst wie Sebastian Smulders, der heute als professioneller Musical-Darsteller arbeitet: "Ich hatte mich bereits als Abiturient für diesen Beruf begeistert, und die Alte Post bot damals die Möglichkeit, sich auszuprobieren, das hat mir sehr viel gebracht", erklärte Smulders, der bald in China auftreten wird. Immer wieder wurden Ausschnitte aus den Musicals gezeigt - so manche Video-Kassette war ganz kurzfristig auf DVD überspielt worden, trotzdem war die Bildqualität erstaunlich gut.

Vor zehn Jahren hatte Ralf Beckers die Leitung für das Musical "Happy End" übernommen. Er erinnerte sich jetzt an ein "ziemlich sperriges Musical" und sagte: "Es ist wichtig, auch solche Stücke zu bringen - Stücke, die keine Besucherrekorde erwarten lassen." Alen Hodzovic hatte am Samstag noch eine Premiere der besonderen Art: Er hatte in Linz zum ersten Mal nackt auf der Bühne gestanden. Einen Tag später erklärte er in Jeans und schwarzem T-Shirt: "Ich habe während der Proben damals alles erlebt, was später als Musical-Darsteller meinen Beruf ausmachen würde - das war eine irrsinnige Chance für mich."

Hodzovic gab eine stimmgewaltige Kostprobe aus "Happy End" und bekam tosenden Applaus. Reinhard Knoll erinnerte an das Musical "Die Kopfrechnerin": Das war ein ganz spannendes Stück mit einem "wundervollen Bühnenbild" - es stammte von Klaus Richter, der ebenfalls unter den Jubiläumsgästen war. Simone Arntz-Fissan hatte in der Alten Post erste Kurse besucht, wurde dann Schauspielerin und Musical-Darstellerin. "Das war eine tolle Möglichkeit für junge Leute wie mich, es ist mir wichtig, das zu sagen - deshalb bin ich trotz Erkältung von Berlin angereist", erklärte Arntz-Fissan, die heute als Kommunikations- und Verhaltenstrainerin arbeitet. Ralf Beckers war ebenfalls da. Er hatte vor acht Jahren die Leitung bei "Jesus Christ Superstar". Jesus war damals Eddy Schulz, der Neuss treu geblieben ist: Er ist der musikalische Leiter der jetzigen und der kommenden Produktion.

Quelle: NGZ
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