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Neuss
21-Jähriger wegen Pizzataxi-Attacke verurteilt

Neuss. Der Weckhovener muss eine Geldstrafe zahlen und seinen Führerschein für eine Monat abgeben.

Seine Attacke auf einen Neusser Pizzataxifahrer musste ein junger Einzelhandelskaufmann aus Weckhoven gestern am Amtsgericht teuer bezahlen. Der 21-Jährige wurde wegen versuchter Nötigung zu 750 Euro Geldstrafe und einem Monat Führerscheinentzug verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der junge Mann dem Pizzataxi völlig grundlos quer durch die Neusser Innenstadt gefolgt war, um den "dicken Maxe" zu markieren.

"Das ist Rowdytum", sprach Richter Heiner Cöllen am Ende ein Machtwort, "so etwas muss entsprechend bestraft werden." Der Angeklagte hatte in seiner Aussage den Beteiligten zunächst eine deutlich geschönte Geschichte aufgetischt. So gab er an, von Grevenbroich auf dem Weg Richtung Furth gewesen zu sein. Warum ihn sein Weg schnurstracks in die City führte, vermochte er nicht zu sagen.

Das spätere Opfer habe ihn durch langsames Umherfahren auf der Breite Straße provoziert. Er sei daraufhin ausgestiegen, um ihn darauf anzusprechen - von Aggressionen könne man jedoch nicht sprechen. Dieser Erlebnisbericht wurde jedoch vom Opfer deutlich widerlegt. Ausgerechnet unmittelbar vor dem Amtsgericht sei es beinahe zu handgreiflichen Übergriffen gekommen. "Ich wollte dort gegen 22 Uhr abends eine Pizza ausliefern und habe die Hausnummer gesucht", so der 23-Jährige, der für eine Pizzeria aus Gnadental unterwegs war. Der Angeklagte sei immer wieder dicht aufgefahren.

Als der Pizzataxifahrer sein Ziel erreicht habe, sei der Angeklagte aus seinem Auto ausgestiegen. "Ich habe die Tür verriegelt und habe mein Handy gezückt." Mit dem Smartphone machte er mehrere Fotos - auf denen wiederum war deutlich zu sehen, wie er vom Angeklagten bedroht wurde. Alle Beteuerungen des 21-Jährigen, er sei seit einem Anti-Aggressionstraining nicht mehr "ausgerastet", wirkten wenig glaubhaft. "Das Training hat wohl nicht viel gebracht", meinte auch der zuständige Staatsanwalt in seinem Plädoyer.

"Ihre Aussage war geradezu grotesk", hielt Richter Heiner Cöllen dem jungen Mann letztlich in seiner Urteilsbegründung vor. "Sie sind dem Pizzataxi völlig grundlos gefolgt. Warum? Das wird Ihr Geheimnis bleiben." 750 Euro Geldstrafe seien für den aktuell arbeitslosen und mehrfach wegen Körperverletzung vorbestraften Angeklagten angemessen, zudem muss er einen Monat auf seinen Führerschein verzichten.

(mape)
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