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Betriebshof in Neuss
24 Stunden Löscharbeiten im Barbaraviertel

Fotos: Großbrand im Barbaraviertel
Fotos: Großbrand im Barbaraviertel FOTO: Feuerwehr Neuss
Neuss. Erst am Morgen hatten die Neusser Rettungskräfte bei einer Übung im Hafen den Ernstfall geprobt - am Samstagabend trat der dann ein. Auf einem Betriebshof im Barbaraviertel war ein Großbrand ausgebrochen. Die Brandursache ist weiter unklar. Von Susanne Niemöhlmann

Um 20.46 Uhr wird die Feuerwehr zu dem Betriebshof eines Entsorgungsunternehmens an der Bockholtstraße, unweit der Stadtgrenze zu Düsseldorf gerufen. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte steht ein etwa 40 mal 40 Meter großer Berg an Baumischabfällen in Flammen. Menschen sind nicht in Gefahr. Als die beiden ersten Löschzüge eintreffen, zieht teilweise dunkler Rauch Richtung Büderich ab. Schnell wird klar, dass Verstärkung benötigt wird, um die Wasserversorgung zu sichern. Denn die nächsten Hydranten sind gut 200 bis 300 Meter entfernt.

Großbrand in Neuss

Die Löscharbeiten ziehen sich rund 24 Stunden hin. Am Ende sind 120 Wehrleute und 17 Fahrzeuge, darunter zwei Leiterwagen, im Einsatz - erstmals zudem eine Flugdrohne, die der Einsatzleitung wertvolle Informationen darüber liefert, wie sich Brand und Rauch ausbreiten, und bei der Beurteilung der Lage hilft.

Brandwache nach wie vor vor Ort

Mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks wird das Brandgut noch in der Nacht mit Radladern auseinander gefahren, damit auch die letzten Glutnester gelöscht werden können. Am Sonntagmittag stellt die Wehr eine Brandwache, um ein mögliches erneutes Ausbrechen des Feuers zu verhindern. Die Brandwache ist auch am Montag noch vor Ort.

Messungen der Schadstoffkonzentration in der Luft, welche die Feuerwehr in der Umgebung des Barbaraviertels vornimmt, ergeben, dass zu keinem Zeitpunkt eine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung zu befürchten war. Die Bockholtstraße zwischen Xantener und Graf-Landsberg-Straße wurde komplett gesperrt. Die Brandursache ist noch unklar. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.

Aufräumarbeiten werden Tage dauern

Bauschutt, Altholz, Grünabfälle - "da ist nichts Gefährliches drin", versichert einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens, den die Brand-Nachricht während des DFB-Pokalfinale erreicht. "Das sind vorsortierte Abfälle von Baustellen und Abrissen, die eigentlich in die Müllverbrennung sollten." Der Container- und Entsorgungsdienst wurde 1998 gegründet, seit immerhin elf Jahren ist der Betriebshof an der Bockholtstraße zu finden, wo 25 Mitarbeiter beschäftigt sind. Erst in der vergangenen Woche habe die Bezirksregierung die Firma routinemäßig kontrolliert.

Am Sonntagabend waren die Löscharbeiten dann endgültig beendet. Dass die Arbeit auf dem Betriebs- und Recyclinghof wie gewohnt weitergehen kann, ist dennoch nicht zu erwarten. Unter Umständen ist noch tagelang mit Glutnestern zu rechnen, weshalb die Brandwache weiterhin vor Ort ist. Und das Gelände muss nach dem Großaufgebot an Menschen und Gerät erst wieder hergerichtet werden.

Um den Betriebshof herum ist von dem Brand am Montag nicht mehr viel zu spüren. Lediglich ein Fahrradweg in der Nähe der Einsatzstelle ist noch vorsorglich gesperrt.

Quelle: NGZ
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