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Neuss
50 Jahre im Zeichen der Nächstenliebe

Neuss: 50 Jahre im Zeichen der Nächstenliebe
Zum 50. Geburtstag der Burundi-Hilfe gab es ein buntes Programm. Für die passende musikalische Untermalung sorgten unter anderem die Batimbo-Trommler. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Seit einem halben Jahrhundert helfen die Neusser Augustinerinnen in dem afrikanischen Land Burundi. Das Jubiläum wurde gestern im Kloster Immaculata gebührend gefeiert - mit zahlreichen Helfern und Wegbegleitern. Von Jascha Huschauer

Alles begann mit einer Einladung. Der Bischof Michael Ntuyahaga stand plötzlich bei den Neusser Augustinerinnen vor der Tür. Schwester Crescentia kann sich noch gut erinnern: "Er hat uns um Hilfe in seiner Diözese in Burundi gebeten", sagt sie. Sofort fühlte sich die damals junge Krankenschwester angesprochen. "Ich wollte immer armen Menschen helfen. Auch in einem für mich fremden Land." Trotzdem war sie zunächst zu den Neusser Augustinerinnen gegangen. Als Ntuyahaga dann um Hilfe bat, war Schwester Crescentia klar: Das ist die Chance, zu helfen.

Davon erzählt sie auf einer der Bänke im Hof des Kloster Immaculata. Ein halbes Jahrhundert ist der Besuch des ersten burundischen Bischofs nun her, der so viel in Gang gesetzt hat. Seit nun genau 50 Jahren helfen die Neusser Augustinerinnen den Menschen in Burundi. Zwei Gesundheitszentren sind dort entstanden, eine Schule, ein Zentrum für Menschen mit Behinderung. Insgesamt rund sechs Millionen Euro sind in all der Zeit an Spenden geflossen.

Viele gute Gründe also, das Jubiläum am gestrigen Sonntag im Klosterhof zu feiern. Viele Helfer sind gekommen, aber auch Spender und Ordensschwestern aus Burundi. "Wir feiern heute ein barmherziges Zeichen der Nächstenliebe", sagt Bürgermeister Reiner Breuer, "ich habe großen Respekt vor der Leistung der Schwestern." Auch Papst Franziskus dankt für die Arbeit mit einem Brief, den Schwester Praxedis - die Generaloberin der Neusser Augustinerinnen - vorliest.

Zum Jubiläum gibt es ein buntes Programm: Burundische Klänge und Spezialitäten, eine Open-Air-Fotoausstellung, ein Gottesdienst und die Batimbo-Trommler aus Burundi. Dazu einige Infostände, an denen Projekte vorgestellt werden, die von der Burundi-Hilfe ermöglicht wurden. Etwa den Stand des St.-Alexius/St.-Josef-Krankenhauses. So wie alle Einrichtungen der St.-Augustinus-Kliniken unterstützen sie ein Projekt in Burundi. In diesem Fall ein Schul-Internat. Vier Klassenräume und 17 Lehrer ermöglichen Bildung, Unterkunft und eine warme Mahlzeit für 240 Schüler. "Eltern und Staat können das nicht leisten. Wir sind froh, dort helfen zu können", sagt die stellvertretende Pflegedienstleiterin Christine Knopp (60). Und Bereichsleiterin Sophie Nehls (54) zeigt die Utensilien am Stand. Ein Fußball aus Mülltüten, Schuhe aus alten Autoreifen. "So sieht das Leben für Menschen in Burundi aus", erklärt sie.

Auch Paul Neuhäuser, Geschäftsführer der St.-Augustinus-Kliniken, kann viel über das Leben in Burundi erzählen. In diesem Jahr war er zuletzt dort. "Nach dem Ende des Bürgerkrieges hat es Verbesserung bei der Bildung und der Kindersterblichkeit gegeben", sagt er. Doch derzeit führt Präsident Pierre Nkurunziza das Land wieder an den Rand des Bürgerkrieges.

Die Hilfe der Augustinerinnen ist dennoch wertvoll. Da ist sich Schwester Crescentia sicher. 22 Jahre lang hat sie in Burundi gearbeitet, die Stationen dort aufgebaut, Menschen gepflegt. "Die Lebensfreude der Menschen dort trotz großer Armut ist einfach ansteckend", sagt die Ordensschwester. Ein Satz, der so oder so ähnlich in fast jedem Gespräch mit Burundi-Helfern fällt.

Quelle: NGZ
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