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Neuss
500 wollen Wolfgang Bosbach hören

Neuss: 500 wollen Wolfgang Bosbach hören
Gestalteten im Sparkassen-Forum einen informativen, unterhaltsamen und spannenden Abend: Wolfgang Bosbach (r.) und Moderator Martin Kessler. FOTO: Woi
Neuss. Berliner Abgeordneter spricht über Euro-, Griechenland- und Flüchtlingskrise. Von Ludger Baten

Wolfgang Bosbach füllt Säle. Gestern wollten knapp 500 Gäste im Sparkassen-Forum den "einfachen Bundestagsabgeordneten" aus Bergisch-Gladbach hören, der zu den "populärsten Politikern in Deutschland" zählt - so kündigte ihn Gastgeber Heinz Schmidt, Präsident der IHK Mittlerer Niederrhein, an. Für die Gesprächsreihe, die den Namen "Klartext" führt, hätten die Initiatoren kaum einen pointierteren Gesprächspartner für Moderator Martin Kessler, Politikchef unserer Zeitung, finden können.

Der 63 Jahre alte Bosbach (CDU) formuliert klar, bezieht Stellung, ohne dabei populistisch nach öffentlichem Beifall zu schielen: "Ich gebe lieber ein Amt auf als meine Überzeugung." Diese konsequente Haltung führte dazu, dass er als Vorsitzender des Innenausschusses des Bundestages zurücktrat: "Ich gönne meine Nachfolge Ansgar Heveling, aber ich wäre es gern geblieben."

Überzeugend wirkt Bosbach, weil er keine Forderungen aufstellt, die ihn in die Schlagzeilen bringen. Er fordert "nur" die Rückkehr zu geltendem Recht und Aufrichtigkeit in der Debatte. Beispiel Finanzen. Es handele sich nicht um eine Euro-, sondern um eine Staatsschuldenkrise. Wer in Europa die Kettenreaktion von Währungs-, Haftungs- und Transfer-Union unterbrechen wolle, der müsse zum Grundsatz zurückkehren, dass Handlung und Haftung nicht zu trennen seien: "Kein Land kann verpflichtet werden, für die Verbindlichkeiten eines anderen Landes zu haften." Beispiel Zuwanderung. Angesichts des Kontrollverlustes ("Zwei Drittel kommen ohne Papiere. Wir müssen wissen, wer sich wo in unserem Land aufhält") gelte es, geltendes Recht anzuwenden: Wer auf dem Landweg als Asylbewerber an die Grenze komme, sei zurückzuweisen - Ausnahme nur in begründeten Fällen.

Quelle: NGZ
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