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Neuss
Abiturienten machen die City zur Party-Zone

Neuss: Abiturienten machen die City zur Party-Zone
Die Schülerinnen des Gymnasiums Marienberg waren in auffällig-pinken Kapuzenpullovern gekleidet, FOTO: Hogekamp Lena
Neuss. Mutige Mottosprüche, dröhnende Bässe und laute Gesänge - das stand gestern bei der Abi-Parade auf dem Programm. Von Simon Janssen (Text) und Lena Hogekamp (Fotos)

Es ist eine Spezies, die sich in dieser Pracht nur einmal pro Jahr in Neuss blicken lässt. Sie stimmt Fangesänge an, trinkt kunterbunte Getränke mit hohem Alkoholgehalt und trägt auffällige Kapuzenpullover mit äußerst mutigen Wortwitzen - bei der Spezies handelt sich um den Abiturient. Wer gestern ungefähr um 15 Uhr in der Neusser Innenstadt unterwegs war, konnte sich den dröhnenden Bässen und den Jubel-Gesängen während der traditionellen Abiparade nicht entziehen. 20 Schulen aus dem Rhein-Kreis Neuss kamen gestern zusammen, um das Abitur zu feiern, das sie noch gar nicht sicher in der Tasche haben. Schließlich stehen die Prüfungen noch an. Doch wer das verbotene P-Wort gestern in den Mund nahm, war ohnehin nicht mehr erwünscht.

Bevor die bunten Wagen ab der Hafenstraße durch die Innenstadt zogen, verwandelten die Schüler den Neumarkt in eine Party-Zone. Egal, ob Luftballons, Bengalos, Konfettikanonen oder harter Alkohol - Hauptsache, es knallt.

Für ein Küsschen muss immer Zeit sein. FOTO: Hogekamp Lena

"Wir haben uns heute schon um 6 Uhr am Spielplatz getroffen", verriet Julian Döller vom Nelly-Sachs-Gymnasium, dessen Augenränder auf die frühen Aktivitäten hinwiesen. Der Konkurrenzgedanke unter den Schulen sei zwar vorhanden, "aber es läuft alles friedlich ab", so der 16-Jährige.

Philipp Balzer (17) und Jan Hermanns (18) vom Erasmus-Gymnasium in Grevenbroich haben mit dem Motto "Abi Vegas" zwar nicht all zu tief in die lyrische Trickkiste gegriffen, dafür haben sie und ihre Mitschüler fast schon detektivisch recherchiert, um einen sehenswerten Wagen präsentieren zu können. "Wir haben uns bei ehemaligen Abi-Jahrgängen informiert", verrieten die beiden ihre Taktik.

Ihn verstand man besonders gut. FOTO: Hogekamp Lena

Was es bedeutet, seine ehemalige Schule im Herzen zu tragen, bewiesen Azra Kartal, Stefan Popovic (beide 19) und Shahrier Alam (18). Die früheren Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums haben extra ihre alten Motto-Pullis mit dem Schriftzug "Abicalypse" reaktiviert, um die diesjährigen Fast-Abiturienten lautstark zu unterstützen. "Sie sind nicht so gut besetzt und brauchen Rückendeckung von uns", sagte Shahrier Alam. Besonders fesch: Das Trio hatte Strohhalm-Brillen dabei, mit denen sie aus 0,5-LiterBier-Dosen tranken. Dabei fließt der Gerstensaft hoch ins "Brillengestell" und von dort in den Mund. Da war ein richtiger Erfinder am Werk.

Diese Herrschaften vom Norbert-Gymnasium Knechtsteden sorgten für ganz schön viel Rauch. FOTO: Hogekamp Lena

Ebenso auffällig waren die Schüler des Leibniz-Gymnasiums in Dormagen (LGD). Sie hatten sich nämlich extra Teletubbie-Masken gebastelt. Zur Erinnerung: Die Teletubbies sind die bunten Wesen Tinky-Winky, Dipsy, Laa-Laa - und Po. Die Maske von Po war aus verständlichen Gründen eher Ladenhüter. Die Mädchen und Jungen des Dormagener Gymnasiums gingen übrigens mit dem Schlachtruf "LGD rasiert" ins Rennen. Wen oder was sie rasierten, sollte für den Rest des Tages ein Rätsel bleiben. Ab der Hafenstraße zogen die Schüler über Niederstraße, Markt und dann runter zur Rennbahn, wo die Party bis tief in die Nacht fortgesetzt wurde.

Quelle: NGZ
 
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