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Neuss
Ärger über Hitzestau in Kindertagesstätte

Neuss. Eltern und der Awo-Geschäftsführer klagen über unerträgliche Zustände und kritisieren die Stadt. Von Simon Janssen

Dicke Luft in der Kita Zauberhügel: Sowohl Eltern als auch Kindergärtnerinnen und der Träger (Awo) sind sauer auf die Stadt. Grund seien "unerträgliche Zustände", wie Bülent Öztas, Geschäftsführer der Neusser Awo, es ausdrückt. Temperaturen jenseits der 30-Grad-Grenze seien in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder gemessen worden. Nun haben die Beteiligten genug. "Ich erwarte, dass die Stadt schnell handelt", sagt Öztas.

Die Bauweise des Gebäudes - eine Stahl-Beton-Konstruktion mit großen Fenstern - und der fehlende Schattenschutz durch Bäume oder Nachbar-Bauwerke führten an heißen Tagen zu Hitzewellen. Der erste Stock sei besonders betroffen. "Im Außenbereich haben wir alles getan, was wir als Träger machen konnten, es wurden bereits mehr als 20.000 Euro investiert", sagt der Awo-Geschäftsführer. Das Geld sei unter anderem für Pavillons und drei Großsonnenschirme à 4,50 Meter Durchmesser ausgegeben worden. "Wir haben uns immer wieder bei der Stadt beschwert", sagt er. Bei Temperaturen wie in den vergangenen Tagen sehen sich die Verantwortlichen gezwungen, die erste Etage zu schließen und ins Erdgeschoss auszuweichen. "Das ist aber keine endgültige Lösung", sagt Öztas.

Nach den Worten des Awo-Geschäftsführers besteht theoretisch die Möglichkeit, Kühlwasser durch die Fußbodenheizung laufen zu lassen. Dadurch könne die Temperatur in den Räumen um drei bis vier Grad reduziert werden. "Des weiteren möchte ich, dass Sonnensegel an den Fenstern im ersten Obergeschoss angebracht werden. Dort gibt es zwar Jalousien, aber die bringen überhaupt nichts", sagt Öztas, der betont, dass das Problem auch in anderen Neusser Kitas existiert.

Nach Angaben von Peter Fischer vom städtischen Presseamt prüft das Gebäudemanagement (GMN) aktuell, welche Kühlmöglichkeiten es für das Gebäude gibt. Eine Klimaanlage käme jedoch nicht infrage. Das Erkältungs- und Infektionsrisiko sei schlichtweg zu groß. Das GMN habe im Gebäude an der sonnenzugewandten Seite einen sogenannten Datenlogger platziert, der die Temperatur erfasst. In der 22. Kalenderwoche seien laut Fischer dort maximal knapp unter 32 Grad gemessen worden. Nach der Auswertung der Daten habe man sich Anfang Juni mit allen Beteiligten zusammengesetzt.

Die Erkenntnis der Datenauswertung sei unter anderem gewesen, dass, wenn der Frühdienst morgens gegen 7.30 Uhr die Fenster öffne, die Raumtemperatur um drei bis vier Grad sinke. "Darum hat man vorgeschlagen, an besonders heißen Sommertagen noch zwei Stunden früher die Fenster zu öffnen und das Gebäude zu durchlüften, um die Temperaturen noch niedriger zu bekommen", sagt Peter Fischer. Auch in den vergangenen Tagen seien Messungen durchgeführt worden. Deren Auswertung dauere jedoch an.

Quelle: NGZ
 
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