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Neuss
Ärger um Steinhandel im Wohngebiet

Neuss: Ärger um Steinhandel im Wohngebiet
Die Lieferanten des Steinhandels müssen sich durch das enge Wohngebiet mit Blumenkübeln zwängen, einen anderen Weg gibt es derzeit nicht. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Viele Jahre störte sich niemand an dem Baustoffhandel an der Grupellostraße in Norf. Nach einem Pächterwechsel steht nun aber infrage, ob die Nutzung inklusive Schwerlastverkehr in dem Wohngebiet eigentlich erlaubt ist. Von Andreas Gruhn

Ein Baustoffhandel mitten in einem Wohngebiet sorgt bei Bewohnern in Norf derzeit für Wirbel. Splitt, Kies, weitere Ziersteine und Baustoffe werden in dem Natursteinhandel an der Grupellostraße verkauft. Die Materialien müssen aber auch angeliefert werden - und dazu gibt es nur den einen Weg durch die Grupellostraße, weil auf der anderen Seite unter der Bahnbrücke nur Fahrzeuge bis zu einer Höhe von zwei Metern durchfahren können. Die schwer beladenen Lkw müssen also an blühenden Vorgärten und an Blumenkübeln durch die verkehrsberuhigte Zone fahren, um die Ware anzuliefern und abzuholen. "Bis in den Abend hinein gibt es dort akustisch wahrnehmbare Be- und Entladungen", sagt Michael Klinkicht (Grüne). Der Stadtverordnete und Vorsitzende des Bezirksausschusses wohnt in der Nähe. Auch die Norfer CDU-Stadtverordnete Waltraud Beyen berichtet von Beschwerden aus der Nachbarschaft.

Das Kuriose ist: Den Standort für Baustoffe gibt es bereits seit mehr als 20 Jahren, und bisher hatte sich auch niemand daran gestört, dass der Pächter dort Skulpturen, Steine und Baustoffe ausstellte und auch verkaufte. Erst jetzt, nach einer Beschwerde im Bezirksausschuss, wird aber geprüft, ob der Steinhandel an der Stelle eigentlich rechtlich möglich ist. Im vergangenen Jahr hatte der Pächter des Areals gewechselt, offenkundig floriert das Geschäft nun besser als in den Jahrzehnten zuvor.

Zuletzt hat es einen Ortstermin mit dem Bauamt, dem Amt für Verkehrslenkung, Anwohnern und dem Betreiber gegeben. Das Ergebnis ist offen. "Die bauordnungsrechtliche Prüfung läuft noch", sagt Stadtsprecher Peter Fischer. Die Lage ist verzwickt: Denn bei dem Grundstück handelt es sich um ein Betriebsgelände der Bahn, das entlang der Bahntrasse in Norf liegt. Das Gewerbegebiet beginnt eigentlich erst auf der anderen Seite der Bahntrasse. Auf dieser Seite handelt es sich aber um ein Wohngebiet. Das betreffende Grundstück grenzt also direkt an die Wohnhäuser. Die Frage ist, ob das Areal als Betriebsgelände entwidmet ist oder nicht. Die Stadt hat die Bahn als Grundstückseigentümer und die Untere Immissionsschutzbehörde des Rhein-Kreises um eine Stellungnahme gebeten, was aus ihrer Sicht an dieser Stelle eigentlich erlaubt ist. Dabei geht es um Lärm und Staub.

Der Betreiber des Steinhandels, der den Standort im vergangenen Jahr übernommen hat, will dort am liebsten auch langfristig weitermachen können. "Wir wollen eine gute Lösung haben, auch mit den Nachbarn", sagt Josef Steuermann, dessen Betrieb mit Sitz in der Gemeinde Jüchen die Außenstelle in Norf im vergangenen Jahr vom Vormieter Ulrich Dornseiffer übernommen hat. "Wir erörtern jetzt, ob eine andere Zufahrt möglich ist, zum Beispiel über die Mainstraße." Außerdem könnte man auch eine Lärmschutzwand errichten. "Wir warten nun auf die Stadt", sagt Steuermann. Und die wartet auf Bahn und Kreisverwaltung.

Quelle: NGZ
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