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Neuss
AfD darf nicht in die Alte Schmiede

Neuss: AfD darf nicht in die Alte Schmiede
Die Alte Schmiede im Innenhof des Rathauses darf nicht für parteipolitische Veranstaltungen genutzt werden. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Vergeblich hat die Neusser Alternative für Deutschland (AfD) einen Raum für ihren "Stammtisch mit Vortrag" zum Thema "Vom Asyl-Chaos zum Immobilien-Irrsinn" gesucht. Jetzt sagt die AfD den Vortragsabend für die Öffentlichkeit ganz ab und will sich nur im Kreise der Parteimitglieder treffen. Von Oliver Burwig

Weil die Stadtverwaltung die geplante AfD-Veranstaltung als "parteipolitisch" einstuft, darf sie nicht in der Alten Schmiede stattfinden. Zuvor lehnte schon der Pächter des Bürgerhaus Reuterhof ab. 

Dirk Kranefuß, Sprecher der AfD im Rhein-Kreis Neuss, begründet die Entscheidung damit, dass es der Partei "zu blöd" sei, noch eine dritte Absage zu riskieren. Zudem behauptet er - ohne auf den reißerischen Titel einzugehen -, dass es sich um eine "harmlose Veranstaltung zu einem Immobilienthema" handle. Ende Februar hieß es von Seiten der Stadt noch, dass die Veranstaltung in der Alten Schmiede stattfinden dürfe - laut Stadtsprecher Michael Kloppenburg der Fehler einer Vertretungskraft im Kulturamt.

Neuss: Protest gegen Auftritt von Bernd Lucke FOTO: Woitschützke, Andreas

In dessen Aufgabenbereich fällt die Betreuung des Gebäudes im Rathaus-Innenhof. "Parteipolitische Veranstaltungen sind in diesen Räumen ausgeschlossen", sagt Kloppenburg. Daher folgt auf die Zusage auch wenig später ein Anruf von Bürgermeister Reiner Breuer, der Kranefuß erklärte, warum die AfD die Alte Schmiede nicht für ihre Veranstaltung nutzen dürfe. "Das gilt auch für andere Parteien", betont der Stadtsprecher.

Ursprünglich hatte die AfD laut Kranefuß geplant, ihre Veranstaltungen "stets öffentlich" auszurichten. Die "zunehmende Hysterie der Parteien" sei dafür verantwortlich, dass immer wieder Demonstrationen gegen den Vortragsabend und ähnliche Treffen oder Kundgebungen organisiert würden. Er könne verstehen, wenn die Inhaber von Lokalen wie dem Reuterhof aus Angst vor einer Eskalation absagen. Kranefuß meint, dass in wenigen Monaten "normale Verhältnisse" herrschen und die Demonstrationen gegen die AfD nachlassen werden. Gänzlich auf öffentliche Veranstaltungen verzichten wolle die Partei nicht: "Es gibt noch genügend andere Orte, auf die wir zurückgreifen können." Sollte sich allerdings auch beim nächsten Mal kein Raum finden, hat Kranefuß einen Plan: "Dann treffen wir uns vor dem Rathaus, unter freiem Himmel."

Quelle: NGZ
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