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Neuss
Aktionsplan gegen Hundekot gefordert

Neuss: Aktionsplan gegen Hundekot gefordert
Immer wieder lassen Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zurück. Die Politik fordert mehr Hundekotbeutel und weitere Maßnahmen. FOTO: dpa
Neuss. Hundekot sorgt auf Grünflächen und Spielplätzen zunehmend für Ärger. Der Umweltausschuss diskutiert heute über Maßnahmen. Von Andreas Buchbauer

Die Stadt Neuss hat ein Hundekotproblem. Zu diesem Ergebnis kommt die SPD. Die Sozialdemokraten fordern daher, dass die Verwaltung mehr Hundekotbeutelständer im Stadtgebiet aufstellt. Dazu soll ermittelt werden, an welchen Orten der Bedarf besonders hoch ist, im Anschluss sollen Kotbeutelspender für einen Testlauf an festgelegten Standorten aufgestellt werden. Zudem soll sichergestellt werden, dass sich auch Mülleimer in der Nähe befinden.

Ein entsprechender Antrag der SPD kommt heute im Umweltausschuss auf die Tagesordnung. Michael Ziege, umweltpolitischer Sprecher der SPD, betont, dass immer mehr Bürger Beschwerden über Hundekot auf Grünflächen und Spielplätzen an seine Partei herangetragen haben. "Im Grunde ist das gesamte Stadtgebiet betroffen. Das zieht sich von der Furth bis nach Speck-Wehl", sagt Ziege.

Der Kommunale Sicherheitsdienst (KSD) soll daher laut SPD-Antrag vermehrt Schwerpunktkontrollen durchführen. Denn Hundekot ist nicht nur ein ästhetisches, sondern auch ein hygienisches Problem - zum Beispiel wegen Würmern oder abgelagerten Eier von Parasiten, die sich in den Fäkalien befinden können. Der Mediziner Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, warnt daher, dass der Kot Keime enthalten kann, die beim Menschen Brech-Durchfall-Erkrankungen auslösen können.

Gerade an Orten, wo Kinder spielen, sei daher Vorsicht geboten. "Kinder tendieren nun mal dazu, beim Spielen auch gerne mal mit der Hand zum Mund zu gehen", sagt Dörr. Auch deshalb ist Hundekot auf Spielplätzen ein großes Problem. Michael Ziege kennt die Beschwerden von Eltern. "Gerade Hundekot im Sandkasten, in dem Kinder spielen, ist ein Ärgernis."

Carsten Thiel (UWG) wundert sich über den SPD-Vorstoß. "Wir sind doch bereits in einer Prüfphase. Es stehen bereits Kotbeutelautomaten auf Drängen der UWG. Wir hatten das Thema schon zur Kommunalwahl 2014 auf dem Schirm", sagt er. Auch Privatleute hätten schon reagiert - zum Beispiel habe eine Firma am Konrad-Adenauer-Ring solche Kotbeutelautomaten an der zu ihrem Grundstück gehörenden Grünfläche aufgestellt.

Alleine stehen die Sozialdemokraten mit ihren Beobachtungen zur zunehmenden Hundekotproblematik nicht. Im Bezirksausschuss Norf wurde in der vergangenen Woche über einen Antrag von CDU und Grünen diskutiert. Die Forderung: Weil die Hinterlassenschaften von Hunden immer wieder für Ärger sorgen, sollen mehr Hundeauslaufflächen - bislang gibt es laut Tobias Spange vom Presseamt der Stadt an fünf Orten in Neuss solche Flächen - geschaffen und für ausreichend Abfalleimer gesorgt werden.

Zudem sollen die Halter der Tiere präventiv auf richtige Verhaltensregeln hingewiesen werden. CDU-Stadtverordnete Waltraud Beyen weist darauf hin, dass sie mit solchen Gesprächen gute Erfahrungen gemacht habe. "Grundsätzlich gilt, dass wir das Problem nur in den Griff kriegen, wenn alle zusammenarbeiten", sagt sie.

Quelle: NGZ
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