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Neuss
Alte Post bringt die Kunst ins Leben

Neuss: Alte Post bringt die Kunst ins Leben
Schauspiel und bildende Kunst sind beiden Pfeiler im Programm der Alten Post - was auch Aufführungen und Ausstellungen beinhaltet. FOTO: Hanne Brandt
Neuss. Das neue Kursverzeichnis der Alten Post weist nicht nur viele Seminare auf, sondern verzahnt sie auch zu richtigen Veranstaltungen. Von Helga Bittner

Im Grunde sagt Hans Ennen-Köffers mit diesem Satz schon alles, was man über Sinn und Zweck der Alten Post, der Schule für Kunst und Theater sowie Kulturforum, wissen muss: "Hier ist das Haus, wir sind da, machen Dinge und dann entsteht was." Aber mit Blick auf das umfangreiche Kursprogramm zum Sommersemester darf's vielleicht doch ein wenig mehr sein ...

Dabei hat sich bei den reinen Zahlen kaum etwas verändert. Rund 100 Kursangebote werden gemacht, die Teilnehmerstärke bleibt stabil bei 1100, die Drittel-Teilung des Publikums auf Kinder, Jugendliche und Erwachsene hält auch an - obwohl, so sagt Ennen-Köffers als Leiter der Alten Post, sich das Gewicht leicht zugunsten der Kinder verschiebt. Das hat unter anderem etwas mit Projekten wie den (kostenlosen) "Kulturstrolchen" zu tun, mit dem Zirkus und der "Wunschstadt". Das sei auch vollkommen in Ordnung so, versichert Ennen, habe eben viel damit zu tun, das kulturelle Bildung ein Schlagwort sei und mehr Aufmerksamkeit als früher bekäme. Allerdings, so ergänzt er seufzend, hätte die Alte Post gerne mehr Jugendliche unter den Teilnehmern. "Diese stärker zu gewinnen - dafür haben wir den Stein der Weisen noch nicht gefunden."

Das ist allenfalls ein kleiner Minuspunkt in seinen wie auch in den Augen seines Stellvertreters Klaus Richter, der zudem als Städtischer Kurator für die bildende Kunst an der Alten Post zuständig ist. Früher als in den Vorjahren haben sie mit der Bewerbung des neuen Kursverzeichnisses begonnen und die positive Erfahrung gemacht, dass die fortlaufenden Kurse, die vorher nur schleppend anliefen, nun gut nachgefragt sind. Fortlaufend - dazu zählen etwa Schauspielkurse aller Art, aber auch diverse in der bildenden Kunst, da vor allem in der Studienvorbereitung, "die uns immer noch am stärksten am Herzen liegt" (Ennen).

Der Leiter und sein Stellvertreter legen die größte Betonung jedoch auf das Wort "Verschränkung". Dozenten mit der Alten Post, Teilnehmer mit Dozenten und Alte Post und alles gemeinsam mit der Stadt und der Region: Dass da viel herangewachsen ist, belegen diverse Veranstaltungen.

Zum Beispiel der Clownsworkshop mit Moshe Cohen, der auch in Doris Dörries neuem Film "Grüße aus Fukushima" mitspielt. "Also habe ich beim Hitch angefragt, ob am Workshop-Tag der Film dort nicht abends gezeigt werden kann", erzählt Richter. Er kann. Oder Kay Kauls Kunstprojekt "Orbital Explorers", das der Künstler gerne im Veranstaltungssaal gezeigt hätte: "Aber das ging nicht, weil er von Schauspielproduktionen blockiert ist", sagt Richter. Aber er brachte Kaul mit dem Regisseur Stefan Filipiak und seinem geplanten Projektkursus zusammen. So entstand im Zusammenwirken der beiden aus einem ursprünglich geplanten Projekt gleich eine Bühnenproduktion: "Mission 016: Überleben, irgendwie". Premiere ist am 18. Juni. Ähnlich erging es mit Ennens Revue "Wirtschaftswunderwelt", die am Freitag Premiere hat. Was ursprünglich eine kurze Vorstellung in der vergangenen Kulturnacht war, hat die jungen Teilnehmer so begeistert, dass sie das Ganze zu einer abendfüllenden Vorstellung ausgebaut haben.

Die Teilnehmer, die Dozenten, ihre Ideen und die Möglichkeiten des Hauses sind das Programm der Alten Post. Jeder sei ein Teil des Ganzen, sagt Ennen, das bedeute: "Teilhaben an gelebter Kunst."

Quelle: NGZ
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