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Neuss
Alu-Industrie im Kreis erzielt bestes Ergebnis

Neuss: Alu-Industrie im Kreis erzielt bestes Ergebnis
Das Walzwerk Alunorf bildet mit dem Rheinwerk und Hydro in Grevenbroich das magische Dreieck der deutschen Aluminiumindustrie. FOTO: Alunorf/Hydro
Neuss. Die Sparte "Rolled Products" des norwegischen Hydro-Konzerns blickt auf das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr zurück. Neue Jobs entstehen. Von Christoph Kleinau

Aluminium hat Hochkonjunktur. Das merkt auch die in Grevenbroich firmierende Walzsparte des norwegischen Hydro-Konzerns, die ihr historisch bestes Ergebnis erzielt hat. 1,1 Milliarden norwegische Kronen (rund 117,5 Millionen Euro) vor Steuern und Zinsen stehen für 2015 im Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht zu Buche. Im Vorjahr hatte die Sparte "Rolled Products" mit den Werken in Neuss (2) und Grevenbroich "nur" 698 Millionen Kronen zum Konzernergebnis beigetragen. Auch das ein Höchstwert.

Der Erfolg der Werke im "magischen Dreieck" der Aluminiumindustrie im Rhein-Kreis sichert nicht nur Arbeitsplätze, sie schafft auch welche. Immerhin 40 werden es in Neuss sein, wo am Dienstag, 3. Mai, im Rheinwerk eine neue Recyclinganlage in Betrieb gehen wird. Weitere 25 neue Jobs entstehen bei Hydro in Grevenbroich mit der "Automobillinie 3", wo noch in diesem Jahr die ersten Karosseriebleche gefertigt werden sollen. Türen, Motorhauben und Heckklappen aus Aluminium für Wagen von Porsche, Audi, Mercedes oder aber BMW.

Das Ergebnis der Sparte "Rolled Products" wird gedrückt durch das defizitäre Rheinwerk, die größte Aluminiumhütte Deutschlands. Dieses Werk zur Herstellung von Roh-Aluminium stand lange wirtschaftlich auf der Kippe und wurde in die Sparte "Rolled Products" integriert, weil es als alleinstehende Hütte keine Chance auf dem Weltmarkt gehabt hätte. Grund: Die hohen Strompreise in Deutschland, die für die energieintensive Aluminiumindustrie einen Wettbewerbsnachteil bedeuten. Im Verbund mit den Gießereien und Walzwerken in Grevenbroich und Neuss und einer Weiterverarbeitung auf kurzen Wegen hat die Hütte aber strategische Bedeutung. Gerechterweise müsste man aber gegenrechnen, so fügt Unternehmenssprecher Michael Peter Steffen hinzu, was der Zukauf von Roh-Aluminium kosten würde - hätte man das Rheinwerk nicht.

Denn der Materialbedarf von Alunorf, einem Joint-Venture der Aluminium-Riesen Novelis und Hydro, und dem Hydrowerk in Grevenbroich ist mit aufbereitetem Alu-Schrott alleine nicht zu befriedigen. Daran wird auch die neue Anlage im Rheinwerk, in die der Konzern 45 Millionen Euro investiert, nichts grundsätzlich ändern. Die Anlage, in der jährlich 50.0000 Tonnen alter Getränkedosen wieder eingeschmolzen werden, verdoppelt die vorhandenen Kapazitäten.

Das Aluminium aus dem Rheinwerk ermöglicht mit einem Reinheitsgrad von 99,85 Prozent die Herstellung hochwertigster Produkte. So ist "Rolled Products" Weltmarktführer bei Offset-Druckplatten und hauchdünnen Hochleistungsfolien für aseptische Verpackungen, die in Grevenbroich entstehen. Die "Automobillinie 3" ergänzt das Portfolio und reagiert auf die Nachfrage der Auto-Industrie. 130 Millionen Euro investiert Hydro in dieses Segment und vervierfacht die Jahresleistung für Leichtbau-Karosseriebleche auf 200.000 Tonnen. Erst diese Weiterverarbeitung schafft den Zusatzwert, an dem der Konzern verdient.

Quelle: NGZ
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