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Neuss
Am Ende ist Heinz' Welt wieder in Ordnung

Neuss. In seinem zweiten Soloprogramm als Heinz Allein klärt Harry Heib ein Verbrechen auf.

Harry Heib (48) setzte sich ziemlich unter Zugzwang. Denn nur kurze Zeit nach den Stunk-Sitzungen in Neuss und Düsseldorf stand er mit seinem zweiten Soloprogramm als Heinz Allein wieder auf der Bühne des Theaters am Schlachthof (TaS): "Die Pullizei ermittelt" lautet der Titel, und dieses Mal ist Heib alias Heinz Allein nicht nur als Unterhalter unterwegs, sondern eben auch als Ermittler.

Das TaS ist Heibs künstlerisches Zuhause, denn nach Schülertheater in Grevenbroich, Schauspielkursen in der Alten Post Neuss steht er regelmäßig auf der Bühne seit dessen Gründung 1994. Natürlich spielt sich auch in seinem zweiten Programm die Heinz-Welt im Korschenbroicher Stadtteil Glehn ab. Dazu mag ihn Horst Schlämmers (Hape Kerkeling) Verbundenheit zu "Grevenbroisch" inspiriert haben, jedenfalls kennt sich Harry Heib im Rhein-Kreis Neuss bestens aus. Da stimmt alles, wenn er im Liebeslied "nur einmal mit dir auf der Strasse nach Pesch" geht, Exkursionen nach Steinforth-Rubbelrath und Schlich unternimmt, und den Liedberg an einem Tag "ohne Sauerstoff" erklimmt. Heimatkundler amüsiert dies ungemein, bleibt abzuwarten, wie das Publikum bei der Düsseldorf-Premiere im "zakk" (18. April) das sieht.

Ausgerechnet seine Stammkneipe "Der Schlucksprecht", die gibt es nicht in Glehn. Sie aber ist der Mittelpunkt in seinem Leben: "Nach Mitternacht ist nicht nur Rauchen erlaubt, sondern auch Tanzen mit offener Hose. Daran kann sich am nächsten Tag eh keiner mehr erinnern." Es wird viel zu viel gesoffen in Glehn - wirkliche Glehner im Publikum der ausverkauften Premiere pfiffen da schon mal - und Harry Heib verteilte fleißig Kümmerling-Fläschchen. Das sollte sich rächen, denn Zuschauerin Birgit in der ersten Reihe griff nach jedem Schluck mehr ins Geschehen ein, was dem Publikum zunehmend missfiel. Aber neben der Kneipe gibt es in Glehn auch einen Supermarkt und bezahlbaren Wohnraum. Kein Wunder, dass Heinz Allein für seinen Wohnort werben möchte. Aber ausgerechnet da macht der Wirt Klaus schlapp, und Heinz ermittelt. Erst kurz vor der Pause wird die Comedy zum Krimi, aber zu einem leicht gestrickten. Schüchterne Rollenwechsel zu Tante und Kumpel Peter sind allenfalls Dorftheater. Der Wirt erholt sich wieder, und "im Dorf, das ich so mag", ist alles wieder in Butter. Zum Schluss gibt es sogar die Hymne von Glehnesien: "Es gibt bestimmt ein Wiedersehn, doch heute muss ich gehn, mein Glehn!" Die Songs des begabten Sängers Heinz haben Ohrwurm-Qualitäten. Auch der Popsong "Azzurro" von Adriano Celentano, die Moritat von Mackie Messer und Stevie Wonders Swing "For Once in My Life" mutieren schnell zum stimmigen Publikums-Karaoke. Ein vergnüglicher Abend. Weitere Termine am 9. März und 11. Mai.

(Nima)
 
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