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Neuss
Am Wassersportzentrum Sandhofsee wächst die Artenvielfalt

Neuss. Zuerst waren es nur Kleinstlebenwesen, die mit bloßem Auge gar nicht zu erkennen waren. Inzwischen schwimmen im Neusser Sandhofsee zwischen den Stadtteilen Norf und Uedesheim jedoch auch größere Lebewesen wie Fische - darunter Hechte und Barsche. "Wir können heute eine große Artenvielfalt im See selbst und auch an den Ufern beobachten", sagt Ulrich Ziegler vom Neusser Tauchverein "Pulchra-Amphora". Er führte gestern eine Gruppe von 20 Bürgern um den Baggersee und erklärte, wie sich das 280.000 Quadratmeter große Gewässer in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Die Führung war Teil der Reihe "Neusser Natur" vom Stadtmarketing und der NGZ. "Die Touren kommen sehr gut an. Auch bei schlechtem Wetter nehmen viele Interessierte teil", berichtet Steffi Lorbeer vom Stadtmarketing. So machte es den Besuchern gestern auch nichts aus, das Areal bei starkem Wind und leichtem Regen zu erkunden.

Zu Beginn der Führung ging Ulrich Ziegler auf die Historie des Sees ein: "Vor 45 Jahren begann man hier mit dem Abbau von Kies und Sand für die Bauindustrie", erzählte der Vorsitzende des Tauchvereins, der federführend für das Wassersportzentrum verantwortlich ist. Sechs andere Vereine nutzen das Areal ebenfalls für ihre Aktivitäten. Ziegler betonte: "Der Sport und die Natur passen gut zusammen." So überlassen die Sportler den See der Natur selbst - ein Eingreifen kommt für sie nicht infrage. "Deshalb leben im See überwiegend heimische Tiere. An den Ufern leben zusätzlich viele Arten ungestört. Dazu zählen Uferschwalben und verschiedene Nistbrüter", sagte Ulrich Ziegler. Den Tour-Teilnehmern erklärte der Taucher auch, warum der Sandhofsee aktuell einen so hohen Wasserstand hat: Der See werde vom Grundwasser gespeist. "Da es schon zu Beginn des Jahres sehr viel geregnet hat, ist auch der Wasserspiegel des Sees deutlich gestiegen." An den tiefsten Stellen sei er bis zu 20 Meter tief. "Viel weiter sind die Bagger in früheren Zeiten bei der Kiesförderung nicht gekommen."

Die nächste Tour zur "Neusser Natur" findet am Samstag, 3. September, 20 Uhr, statt. Dann dreht sich alles um Fledermäuse. Infos gibt es bei der Tourist-Info unter der Rufnummer 02131 4037795.

(cka)
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