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Neuss
Andreaskirche bleibt vorerst Baustelle

Neuss: Andreaskirche bleibt vorerst Baustelle
Lars Becker und Dieter Panitzka (r.) in der völlig ausgeräumten Kirche. Für eine Sanierung "von oben nach unten" wurde im Kirchenschiff mit Gerüsten eine Arbeitsbühne für die Sanierungsarbeiten an der Decke geschaffen. FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Bis ins Frühjahr 2018 bleibt die Kirche im Ortskern geschlossen. Zur Eröffnung ist ein "Jahr des Dankes" geplant. Von Christoph Kleinau

Für die älteren Norfer hat die St.-Andreas-Gemeinde einen Gottesdienst-Shuttle-Service zur Michaelskirche nach Derikum eingerichtet. Denn die eigene Pfarrkirche ist geschlossen. Bis zum Frühjahr soll die Sanierung des 1765 bis 1769 erbauten Gotteshauses abgeschlossen sein. Aber sie ist nur der Auftakt für ein Maßnahmenpaket, das auch die Umgebung des Baudenkmals verändern wird. Denn das alte Pfarrhaus ist nicht mehr zu retten, muss abgerissen werden. Dort plant die Gemeinde den Bau von altengerechten Wohnungen. "Darüber werden wir schon bald mit der Stadt sprechen", sagt Lars Becker.

Becker (40) ist stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes und wie "Kirchbaumeister" Dieter Panitzka (66) mit der Kirche seit Kindertagen verbunden. Beide haben in St. Andreas, die zu den gefragten Hochzeitskirchen in Neuss gehört, geheiratet. Sie sei für sie eine Herzensangelegenheit, sagt Becker, und ihr Ziel sei, "dass es gut wird".

Die Gremien haben die Sanierung - die erste seit Einbau der neuen Orgel - schon 2016 beschlossen und die Gemeinde-Gliederungen Anfang des Jahres über den Zeitplan informiert. Panitzka, der mit Architektin Anne Paulsen die Umsetzung überwacht, hätte gerne schon nach Ostern mit den Arbeiten angefangen, aber da standen noch etliche Trauungen im Kalender. Deshalb startete man in der Woche vor der Spätkirmes, was die Schützen zwang, im Zelt einen Feldgottesdienst zu halten. "Wegen der Dacharbeiten wollten wir fertig sein, bevor die kalten Tage kommen", rechtfertigt Panitzka die Entscheidung. Auch das Patronatsfest im Dezember und das Neujahrskonzert fallen den Arbeiten einmal "zum Opfer".

Was aus der Kirche ausgebaut werden konnte, wurde ausgelagert. Bei der letzten Sanierung reichte es, Chorgestühl, Seitenaltäre, die Standfiguren an den Pfeilern und die Kreuzwegstationen in einer Scheune unterzustellen, sagt Becker. Dieses Mal aber war jeder Handgriff mit dem Landeskonservator abzusprechen. Der hat - wie auch das finanziell beteiligte Kölner Generalvikariat - ein weitgehendes Mitspracherecht bei allem, was an der 1992 unter Denkmalschutz gestellten Kirche getan wird.

Die ist ausgeräumt, aber trotzdem nicht leer. Gerüste ragen bis unter die Decke und bilden eine Arbeitsbühne. Dort wird gerade die Decke gestrichen, nachdem zuvor das Dach neu isoliert worden war. Die Befürchtung, dass der Putz großflächig erneuert wurden muss, habe sich zum Glück nicht bewahrheitet, sagt Panitzka. Danach werden noch die Wände gestrichen.

Der Barockaltar, der erst 1979 von der Pfarre Hersel übernommen wurde, und die Orgel wurden staubdicht verpackt. Der Altar wird ebenso wie die ausgebauten Einrichtungsteile noch begutachtet und bei Bedarf restauriert. Die Orgel steht in drei bis fünf Jahren zur Generalüberholung an. Um die hohen Kosten tragen zu können, wird die Gründung eines Fördervereins erwogen, sagt Becker, der sich um die Glocken im verstummten Beyer-Türmchen kümmert. Denn schon die Kirchensanierung koste einen hohen sechsstelligen Betrag. Der Wiedereröffnung soll ein "Jahr des Dankes folgen. Jede Gruppierung der Pfarre soll die Kirche für eine eigene, von der Pfarre bezuschusste, Veranstaltung nutzen dürfen.

Quelle: NGZ
 
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