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Neuss
Anwohner ärgern sich über Raser

Neuss. Beim Bürgerdialog Bolssiedlung war zu schnelles Fahren ein Kritikpunkt. Von Ute Böhm

Raserei auf der Bataverstraße und eine schwierige Parksituation durch das angrenzende Gewerbe sind Themen, die den Bürgern der Bolssiedlung/Gladbacher Straße und Vogelsangstraße auf der Seele liegen. Der SPD-Stadtverordnete Hakan Temel nahm gerne die Anregungen mit, die die Besucher des Bürgerdialogs ansprachen.

Die Raserei auf dem Niederdonker Weg und der frisch ausgebauten Bataverstraße ärgert so manchen Bürger der Bolssiedlung. "Das ist zu einer Rennstrecke geworden", beklagte sich ein Anwohner und forderte mehr Präsenz der Polizei. Da konnte der besondere Gast des Abends, Frank Porsch, Bezirksbeamter der Polizei, eine Lanze für die Kollegen im Streifendienst brechen: "Wir versuchen, da zu sein, aber die Ressourcen sind oftmals knapp."

Ein weiteres Problem stellten geparkte Fahrzeuge des angrenzenden Gewerbes dar, die den Anwohnern Parkplätze blockierten. Frank Porsch gab die Anregung, ob die Stadt nicht ihre Satzung ändern könnte, um langfristiges Parken im öffentlichen Raum zu verbieten. So lange Fahrzeuge angemeldet sind und ordnungsgemäß parken, seien Stadt und Polizei die Hände gebunden. Zum Thema Sicherheit und Schutz vor Einbrüchen gab Frank Porsch den Hinweis, wachsam zu sein und auch Auffälligkeiten in der Nachbarschaft zu melden. Das schreckt Langfinger ab. "Es ist leider so, dass die Kollegen kaum einfach Streife fahren, so lange nichts passiert, kommt auch keiner", konstatierte er.

Mit Rückschau auf den letzten Bürgerdialog konnte Hakan Temel berichten, dass die damals eingeforderte Tiertafel inzwischen gegründet wurde. Im Sozialausschuss scheiterte er zwar mit einem entsprechenden Antrag, aber es fanden sich Ehrenamtliche, die die Tafel aufbauen wollen. "Im Gespräch mit Bürgermeister Reiner Breuer zeigte sich dieser dem Thema gegenüber auch aufgeschlossen", erklärte Hakan Temel. Eine zweite Anregung aus der Bürgerschaft wurde auch umgesetzt, es gibt drei neue Bänke am kleinen Wäldchen, finanziert von einem Bürger der Bolssiedlung. Ein weiteres wichtiges Thema waren die Spielplätze, der neue Platz an der Josef-Selder-Straße ist inzwischen fertig, aber der Platz am Wäldchen wird nicht gut angenommen. Laut Bürgermeinung ist dies kein Spielplatz, an dem man seine Kinder beruhigt allein spielen lassen kann. Heinrich Thiel, ebenfalls Stadtverordneter in Neuss, regte an, ob nicht Spielplatzpatenschaften helfen könnten, Missstände frühzeitig anzugehen. Von der Idee war ein Bürger gleich angetan und bot spontan an, eine solche Patenschaft zu übernehmen. Zum Thema Bezirksausschuss Nordstadt konnte Heinrich Thiel ebenfalls beisteuern, dass es Bestrebungen in der Neusser Politik gibt, einen eigenen Bezirksausschuss für die Nordstadt einzurichten. Das hätte den Vorteil, dass kleinere Probleme direkt im Bezirksausschuss angegangen werden könnten.

Für Hakan Temel sind die Bürgerdialoge in seinem Wahlkreis wichtig, da dort mehrere Bürgermeinungen zusammengetragen werden. "Ich nehme immer wieder wichtige Anregungen aus diesen Runden mit", erklärte der Stadtverordnete.

Quelle: NGZ
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