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Neuss
Auch Schlesier freuen sich auf Migranten in der Heimatstube

Neuss. Vorsitzender Peter Pott und die Vertriebenenverbände im Kreis ernten derzeit viel Lob. Ihre Entscheidung, die Ostdeutsche Heimatstube an der Oberstraße auch für den neuen Migrantendachverein "Raum der Kulturen" zu öffnen, findet breite Zustimmung. Grünen-Vorsitzende Susanne Benary-Höck wertet die Kooperation von Landsmannschaften und Migrantenverein als ein "wichtiges Signal". Auch die mitgliederstärkste Landsmannschaft, die der Schlesier, hat nach Worten ihres Ehrenvorsitzenden Theo Jantosch die Beteiligung des Migrantenvereins an der Heimatstube "sehr begrüßt". Das gemeinsame Bestreben, nicht nur das kulturelle Erbe zu pflegen und damit zu erhalten, erfahre durch aktuelle Zusammenarbeit mit den Migranten eine weitere Aufwertung.

Die Ostdeutsche Heimatstube ist seit 1988 ein Treffpunkt für die Mitglieder der Landsmannschaften Ostpreußen, Pommern und Schlesien mit insgesamt über 500 Mitgliedern sowie der Kreisgemeinschaft Rößel. Die "Sudeten" zogen sich angesichts ihrer schwindenden Mitgliederzahl zurück. Die frei werdenden Kapazitäten übernimmt nun der Migrantenverein "Raum der Kulturen", der die Heimatstube als Veranstaltungsort nutzen wird und sich anteilig auch an der Finanzierung beteiligt.

Schlesier-Ehrenchef Theo Jantosch wirbt für eine differenzierte Verwendung des Begriffs Flüchtling. Die alte Flüchtlingsgeschichte beziehe sich auf Menschen, die zum Ende des Weltkrieges "massenweise vor der Roten Armee von Deutschland nach Deutschland unter dramatischen Bedingungen geflüchtet" seien. Wenn es Tausenden nach dem Krieg gelang, wieder in die Heimat zurückzukehren oder unter Umständen die Heimat nicht mehr verlassen zu können, aber dann später gezwungen worden seien, die Heimat aufzugeben, seien das "keine Flüchtlinge, sondern Vertriebene". Hinzu seien dann noch Millionen Spätaussiedler gekommen, die ebenfalls gezwungen gewesen seien, ihre Heimat zu verlassen.

(lue-)
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