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Neuss
Auf acht Kegel-Bahnen zum Stadtmeister

Neuss: Auf acht Kegel-Bahnen zum Stadtmeister
Seine Mitstreiter feuern Organisator Wilfried Stormanns an: Kegeln ist ein Sport, bei dem es mehr um die Sache als den Gewinn geht. FOTO: Woi
Neuss. 180 Hobby-Kegler traten in der städtischen Kegelhalle am Jahnstadion zum großen Wettstreit an. Das sportliche Ergebnis ist für die Hobbysportler aber eher zweitrangig. Bei Jüngeren hat es der Sport schwer. Von Ute Böhm

Neun Kegel und eine Kugel, was so mancher regelmäßig mit Freunden auf einer Kegelbahn in einer Gaststätte trainiert, wird in Neuss auch im größeren Stil betrieben. Der Verein "Neusser Kegler seit 1920" kann für seinen Lieblingssport auf eine professionelle Anlage zurückgreifen. Auf acht Bahnen kann parallel gespielt werden, für Sportkegler gute Voraussetzungen. Aber auch die Hobbyspieler können die Anlage am Jahnstadion nutzen.

Eben diese Hobbyspieler waren jetzt eingeladen, die Neusser Stadtmeisterschaften unter sich auszuspielen. In unterschiedlichen Spielklassen konnten Kegler an zwei Tagen gegeneinander antreten - von Jugendlichen bis zum Paarkampf wurden einige Trophäen vergeben. Die 2,4 Kilogramm schwere Kugel musste auf vier Bahnen je zehnmal in die Vollen geworfen werden, die Zahl der gefallenen Kegel wurde notiert.

Als am Sonntagabend dann alle Kugeln geworfen waren, wurde abgerechnet und man kam noch einmal zur Siegerehrung in großer Runde zusammen. Die Pokale wurden vom Neusser Sportamtsleiter Uwe Talke und den Stadtsportbund-Vorsitzenden Wilhelm Fuchs übergeben. Das sportliche Ergebnis ist für die Hobbysportler aber eher zweitrangig, in der großen Runde eine Kugel zu werfen, macht einfach mehr Spaß. Mit von der Partie waren Vereinskegler, die nicht am Ligabetrieb teilnehmen und klassische Kegelclub-Mitglieder, die sonst in lustiger Runde eine Kugel auf die Bahn bringen. Für die Sportkegler blieb die Schiedsrichterfunktion.

Hans-Joachim Muscat ist Vorsitzender der Neusser Kegler und vertritt seinen Sport, den er mit über 80 Jahren immer noch begeistert ausübt, mit Herzblut. "Das Schöne am Kegeln ist eben, dass man auch im höheren Alter immer noch sportlich aktiv sein kann", konstatiert er. Vor allem das regelmäßige Training halte ihn fit. Allerdings fristet der Kegelsport in Neuss eher ein Nischendasein, viele wüssten gar nicht, dass es am Jahnstadion acht Bahnen gibt, die öffentlich zur Verfügung stehen. Neue Kegler sind immer willkommen. Allerdings sind neue Gesichter nicht unbedingt junge Gesichter. "Leider ist unser Sport bei der jungen Generation nicht sehr beliebt, schade", erklärt Geschäftsführer Heinz Wallbaum. Neue Mitglieder seien oft eher Ältere, die aus gesundheitlichen Gründen einen anderen Sport aufgeben müssten.

Karsten Diem ist einer der jüngeren bei der Stadtmeisterschaft, er hebt den Altersschnitt in der Halle, aber ein echter Kegelsportler ist er nicht. "Bei uns gehört Kegeln zur Familientradition, aber ich selber spiele nur gelegentlich, so wie diese Stadtmeisterschaft. Als Sport ist mir das Kegeln etwas zu altbacken", sagt Diem. Dem pflichtet auch sein Sitznachbar bei, wenn mit dem Schützenzug gekegelt werde, mache das Spaß, aber um es als als Sport auszuüben, fehle die Zeit.

Genau diese Zeit nehmen sich die älteren Hobbykegler. Eine Gruppe, die jeden Mittwoch in der Neusser Halle spielt, ließ sich die Stadtmeisterschaft nicht entgehen. Gemeinsames Motto: Gewinnen ist schön, muss aber nicht.

Quelle: NGZ
 
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