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Neuss
Auf zur Fledermaus-Safari

Neuss: Auf zur Fledermaus-Safari
FOTO: dpa
Neuss. Am 2. September führt der Biologe Michael Straube ein in die Welt der nachtaktiven Säugetiere.

Von wegen Dracula: Heimlich, aber nicht unheimlich sind Fledermäuse! Das will Biologe Michael Straube am 2. September von 20 bis circa 22 Uhr im Rahmen der von Neuss Marketing und der NGZ initiierten Thementour im Stadtgarten beweisen. Zu später Stunde führt er interessierte Gäste in den Lebensraum der nachtaktiven Säugetiere ein. Mit dabei hat er einen Bat-Detektor. Das ist ein Gerät, das die Ortungsschreie der Fledermäuse aus dem Ultraschallbereich in eine Frequenz transformiert, die das menschliche Ohr erfassen kann.

Bereits seit 28 Jahren beschäftigt sich Straube mit Fledermäusen. Der Experte kennt sich in Neuss aus. Im Jahr 2013 machte er eine große Untersuchung zu Vögeln, Eulen und Fledermäusen in Neusser Parks und Wäldern. "Fledermäuse sind faszinierende Tiere. Sie fliegen nachts, können sich in absoluter Dunkelheit orientieren und sie fressen Insekten - sind also sehr nützlich", sagt er. Dennoch haben Fledermäuse in Deutschland einen schlechten Ruf.

Schon im Mittelalter wurden Engel mit Vogel-Flügeln dargestellt, während die Flügel des Teufels oftmals stark an die der Fledermaus erinnerten. Endgültig besiegelt war das Image der kleinen Flugtiere durch den Vampir-Mythos rund um Bram Stokes Roman "Dracula". Dabei zeigt der Blick nach Asien, dass es auch ganz anders geht: "Dort werden Fledermäuse als Glücksbringer verehrt", sagt Straube. In seinen Augen ist die asiatische Perspektive zutreffender.

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In Deutschland sind 25 Arten ihrer Gattung heimisch. Im Stadtgarten und an den Kanälen sind die Wasserfledermaus, die Zwergfledermaus und der "Große Abendsegler" nachgewiesen. Die unter Artenschutz stehenden Tiere lieben Quartiere, die warm, trocken und windgeschützt sind. Ihre Existenz in Städten ist jedoch zunehmend bedroht, da aufgrund energetischer Sanierungen Häuserspalten, in denen die Fledermäuse gerne leben, geschlossen werden.

Die Fledermaus-Tour ist ein familienfreundliches Angebot, Kinder ab sechs Jahren und ihre Eltern oder Begleiter sind somit gerngesehene Teilnehmer. Bei Sturm oder starkem Regen bleibt eine kurzfristige Absage vorbehalten. Diese Exkursion war schon im vergangenen Spätsommer eine beliebte Veranstaltung im Rahmen der Tourenserie Neusser Natur, die den Blick auf Neusser Landschaften, Pflanzen und Naturphänomene richtete.

Bis Mitte Oktober stehen noch drei lohnenswerte Touren auf dem Programm, die sich schon in den Vorjahren starker Beliebtheit erfreuten. Am 16. September ist das Rathaus Mittelpunkt einer spannenden Räume-Führung. Erneut in die heimische Natur geht es am 30. September, denn eine Wald-Exkursion durch den Mühlenbusch steht an. Die Wiederholungsreihe schließt am 14. Oktober mit einer Ecken-Führung zum Thema Kunst.

Dabei wird der Raketenstation ein Besuch abgestattet. Damals wie heute organisieren Neuss Marketing und die NGZ gemeinsam.

Quelle: NGZ
 
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