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Gestaltung der Bahnhofsbrücken
Aufwertung durch Licht und Farbe

Gestaltung der Bahnhofsbrücken. Damals, nach zwölf Jahren Umbauzeit, in der die Bahnschienen hochgelegt worden waren, fuhr erstmalig 1910 eine Straßenbahn durch die Unterführung am Theodor-Heuss-Platz von der Neusser Innenstadt in die Nordstadt. Mit Blickrichtung Furth wird das vielgleisige Brückenbauwerk der Deutschen Bahn AG auch heute noch gern als "Tor zur Nordstadt" angesehen. Doch die Konstruktion, die zwar nach dem Bau noch attraktiv gewesen sein mag, gibt heute kein schönes Bild mehr ab. Professor Dierk van den Hövel von der Fachhochschule Düsseldorf (2.v.l.) zusammen mit Vorstandsmitgliedern des Initiativkreises Nordstadt und der 3M-Unternehmensvertretung Donnerstag Nachmittag bei einer ersten Besichtigung des Bahnhof-Umfeldes. NGZ-Foto: A. Woitschützke

Die eisernen Bogen, die sich in drei Einheiten über die Further Straße spannen, haben schon lange keine frische Farbe mehr gesehen, das Umfeld lädt auch nicht gerade zum Bummeln beziehungsweise als Entree für die Nordstadt ein. Bereits im Jahr 2000 hatte ein Neusser Künstler im Auftrag des Initiativkreises Nordstadt eine lichttechnische Konzeption sowie ein Konzept für eine ansprechende Gestaltung ausgearbeitet. Daraus wurde nichts, doch der Plan eines einladenden Tores zur Nordstadt wurde nicht zu den Akten gelegt.

Jetzt zeichnet sich ein neuer Anlauf ab, die dunkle Bahngleisunterführung durch Licht und Farbe aufzuwerten, um ein helles, farbenfrohes Entree zu erhalten. Es gelang dem Initiativkreis Nordstadt, das Neusser Weltunternehmen 3M als Sponsor zu gewinnen, der Fachbereich Architektur der Fachhochschule Düsseldorf wird im Rahmen einer Projektarbeit Gestaltungs-Ideen ausarbeiten. Da passt es gut, dass Professor Dierk van den Hövel, selbst Neusser, die Problematik bestens bekannt ist und er es als eine Herausforderung ansieht, hier etwas zum Positiven zu verändern.

"Sich im Umfeld Bahnunterführung zu bewegen, macht keinen Spaß und es ist auch nicht animierend, den Weg in die Nordstadt hier zu beginnen. Wichtig ist nun, nicht nur das Bauwerk selbst attraktiver zu machen, sondern das gesamte Umfeld architektonisch aufzuwerten", so der Professor. Von der Aufgabenstellung zeigte er sich so begeistert, dass er das Projekt als Angebot in das Sommersemester der Fachhochschule aufnahm und mit seinen Studenten Donnerstag Nachmittag eine erste Besichtigung vornahm.

Fleißig machten sich dabei Tina Grundmeier, Stefanie Maerzke, Claudia Krill und Stephane Nogueira Notizen beziehungsweise erste Gedanken zum Projekt, das auch für sie von der Aufgabe her ungewöhnlich ist; auf jeden Fall aber eine Chance, über die künstlerische Gestaltung eine Aufwertung zu erreichen. Sie werden nun zusammen mit weiteren Studenten das Sommersemester nutzen, Ideen (die auch Professor van den Hövel schon im Kopf hat), in praktische Vorschläge umzusetzen.

Einem Wunsch des Initiativkreise entsprechend, wollen die Gestalter spätestens im Herbst fertig sein, damit die Entwürfe spätestens zur Mitgliederversammlung am 30. September vorgelegt werden können. Bis dahin gilt es aber noch eine Menge Fragen zu klären, die auch Hans-Günter Gewehr als Vertreter der Bahn nicht ohne Rücksprache beantworten möchte. Denn um die farbenfrohen 3-Folien sowie eine indirekte Beleuchtung anzubringen, muss die Genehmigung der Bahn eingeholt werden.

Und da gibt es schon Vorbehalte; beispielsweise dürfen zur Befestigung die Stahlträger nicht beschädigt werden. Dass "dicke Bretter" gebohrt werden müssen, weiß auch Toni Selders, Vorsitzender des Initiativkreises Nordstadt. Er hält aber eine Attraktivierung des Bereiches für ungeheuer wichtig. Auch darum, um die mentale Trennung der Neusser zu den Nordstädtern aufzuheben und den immer beliebter werdenden Stadtteil "hinter der Bahn" mit seinen inzwischen mehr als 40.000 Einwohnern als Vorzeige-Quartier herauszustellen.

Selders: "Wenn demnächst die Further Straße auch vom Berliner Platz zur Bahn umgebaut ist, kann sich die Gestaltung bis hin zur Kaarster Straße sehen lassen. Zusammen mit einem guten Branchenmix und zahlreichen Parkmöglichkeiten ist das Leben und Einkaufen in der Nordstadt eine empfehlenswerte Alternative. Das 'Tor zur Nordstadt' soll dazu Einladung und Bindeglied sein."

Quelle: NGZ
 
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