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Neuss
Augustinus-Kliniken helfen Burundi

Neuss. Christina Jacke leitet den Bereich Corporate Social Responsibility der Augustinus-Kliniken. Das Unternehmen setzt sich für ein seit fünf Jahrzehnten von Neuss aus begleitetes Entwicklungsprojekt in Burundi ein. Von Bärbel Broer

Die St. Augustinus-Kliniken sind einer der größten Arbeitgeber in Neuss und zählen zu den bedeutendsten katholischen Anbietern von Gesundheits- und Sozialleistungen am Niederrhein. 14 Unternehmen an 70 Standorten gehören zur Unternehmensgruppe - darunter Kliniken, Psychiatrien, Behindertenhilfe, Alten- und Pflegeheime sowie das jüngst eröffnete Memory-Zentrum. Als gemeinnützige GmbH ist die Gesellschaft verpflichtet, ihre Erträge für gemeinnützige Zwecke zu verwenden. Um seiner sozialen Verantwortung noch gezielter gerecht zu werden, hat das Unternehmen den Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) gegründet - unter Leitung von Christina Jacke.

Die 51-Jährige war bislang in der Unternehmenskommunikation tätig und wird künftig die sozial-karitativen Projekte bündeln. Großes Flaggschiff ist die Aktion "Neuss hilft Burundi". Bereits seit 50 Jahren engagieren sich die Neusser Augustinerinnen für die Menschen in einem der ärmsten Länder der Erde. Das Jubiläumsjahr 2016 startete mit großem Erfolg: 60.000 Euro Spenden konnte das Burundi-Komitee den Augustinerinnen übergeben - deutlich mehr als im Jahr zuvor. Ein Teil davon stammt aus der traditionellen Wischtuchaktion der Katholischen Frauengemeinschaft Neuss/Kaarst. Den größten Anteil haben aber vor allem Familien aus Neuss und Umgebung gespendet, nachdem sie die erschütternden Reiseberichte von Paul Neuhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der St. Augustinus-Kliniken, Oberärztin Dr. Margarete Albiez und Schwester M. Crescentia, Ordensschwester der Augustinerinnen, gehört hatten.

Diese waren vergangenes Jahr nach Burundi gereist und hatten die beiden Gesundheitszentren, die die Neusser Ordensschwestern ab 1966 aufgebaut haben, besucht. Ihre "Augenzeugenberichte" haben wohl dazu beigetragen, Spendenwillige davon zu überzeugen, dass Unterstützung für dieses Land nicht nur lebensrettend ist, sondern auch weitere Flüchtlingsbewegungen verhindern kann. Etwa 66 Prozent der Bevölkerung sind mangelernährt, zudem droht dem Land seit wenigen Monaten ein Bürgerkrieg.

Die Burundi-Hilfe und die Organisation der Feierlichkeiten zu deren 50-jährigem Bestehen sind ein Teil der Aufgaben von Christina Jacke. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Aaron Mathias, der mit 15 Jahren aus Eritrea nach Deutschland kam und heute als Diplom-Volkswirt den CSR-Bereich unterstützt, betreut sie auch das Mitarbeiter-Engagement. "Wir planen unter dem Motto 'Zeit schenken', dass interessierte Mitarbeiter für einen kurzen Zeitraum von uns freigestellt werden, um sozial-karitative Projekte zu unterstützen", erklärt Jacke. Das könne beispielsweise ein Einsatz in der Obdachlosen-, Flüchtlings- oder Behindertenhilfe sein. Zudem ist ein Pilotprojekt geplant, das jungen Flüchtlingen eine Arbeitsperspektive in der Pflege ermöglichen soll. "Vier Flüchtlinge werden ab März ein berufsvorbereitendes Praktikum absolvieren, das mit Sprach- und Gesellschaftskundekursen abgerundet wird ", sagt Jacke. Bei Interesse könnte anschließend eine Ausbildung erfolgen.

Quelle: NGZ
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