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Neuss
Aus dem Nähkästchen eines Prinzenpaares

Neuss. Auf dem blauen NGZ-Sofa im Restaurant Essenz sprachen Prinz Dieter III. und Novesia Anita I. jetzt über das Leben als Prinzenpaar. Von Jascha Huschauer

Von der angekündigten Mikrofon-Angst kann keine Rede sein bei Anita Löwner. Spontan, beinahe impulsiv spricht die Novesia auf dem blauen NGZ-Sofa. Ihre Antworten haben den Hang zur Kürze und daher zur Prägnanz. Löwner gibt viel preis von den Gedanken und Gefühlen eines Prinzenpaares, immer in schönstem rheinischen Singsang. Auf die Frage etwa, wie viele Termine ein Prinzenpaar täglich hat: "Mir macht das Spaß. Das können auch sechs oder acht Termine sein - schaff ich."

Und der Zuschauer spürt sofort: Was sie sagt, kommt von Herzen. Denn sie gesteht auch ganz offen: "Ich war immer im Schützenwesen. Mit Karneval hab ich es nie so gehabt." Anita Löwner ist in Neuenhausen geboren, hat später in Hülchrath und Holzheim gelebt. "Ich habe schon allerhand mitgemacht, das stimmt", sagt sie, beinahe selbst überrascht von ihrem Leben, als sie das alles vor den Zuschauern ausbreitet. Den heutigen Prinz lernte sie bei "Kamelle us Kölle" kennen und lieben. "Und jetzt geht es ab. Jetzt mache ich nur noch Karneval", sagt Löwner.

Immer wieder treibt sie dem Prinz und vielen Zuschauern mit ihren Antworten Tränen vor Lachen in die Augen. Etwa als sie über die Wehwehchen des Prinzen spricht: "Der Dieter hatte es sonst immer mit de Füß oder de Hüfte und hat geklagt. Jetzt ist er Prinz, jetzt hat er plötzlich nix." Doch die Novesia funktioniert nicht nur mit Witzen über Dieter III., sondern spricht auch ausgesprochen liebevoll über ihn: "Der Prinz macht das so toll. Er findet immer die richtigen Worte."

Dann holt NGZ-Redaktionsleiter Ludger Baten den so gelobten dazu. Das Gespräch verlagert sich vom blauen Sofa zum entspannten Talk an den Stehtisch. Prinz Dieter rekapituliert noch einmal, wie Anita und er im vergangenen Sommer mit der Entscheidung haderten, Prinzenpaar zu werden. "Es war klar: Wir müssen beide voll und ganz dahinter stehen." Zum Geburtstag habe ihm Anita dann das Okay gegeben. "Ich war schon vorher sicher, aber ich wollte mit der Überraschung noch warten", sagt sie und ergänzt an Dieter gerichtet: "Du hast schon Glück mit deiner Partnerin, ne?" Heiterkeit im Publikum. Dann sagt Dieter: "Das stimmt. Ich wollte ja eigentlich keine neue Partnerin haben." Wie aus der Pistole geschossen antwortet Anita: "Ja, ich doch auch nicht." Gelächter. Dann legt sie nach: "Aber du hättest doch sicher auch jemand anderes finden können."

Bereut haben beide es jedenfalls nicht, dass sie nun Prinzenpaar sind - auch da sind sie sich einig. "Wenn ich sehe, was ich alles erlebt habe. Die Eindrücke, die wir gesammelt haben, die kann man mit Geld nicht bezahlen", sagt Dieter Hellendahl.

Aussagen, die Jakob Beyen natürlich gerne hört. Auch der Präsident des Neusser Karnevalsausschusses wird ins Gespräch geholt. "Wir sind froh, so ein tolles Prinzenpaar gefunden zu haben", sagt er. Beyen weiß, worauf es ankommt: "Das Herz muss dabei sein. Selbstdarsteller gibt es nämlich genug." Bei ihm werden die Antworten dann aber notgedrungen weniger kurzweilig als die von Dieter und Anita. Denn Beyen skizziert das Sicherheitskonzept des Kappessonntagszuges, die Streckenführung und die Teilnehmerzahl. Er spricht über die Finanzierung des Neusser Winterbrauchtums ("99,5 Prozent läuft über Sponsoren.") und den Sitzungskarneval. Der sei wieder zunehmend beliebt. Luft nach oben sieht der KA-Präsident allerdings bei den Nachwuchs-Rednern. "Da wollen wir Talente stärker fördern", sagt er.

Quelle: NGZ
 
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