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Neusser Woche Das Ende Der Ära Jakubassa
Aus Talenten müssen Leistungsträger werden

Neuss. Benno Jakubassa gibt den Neusser SPD-Vorsitz auf. Wer folgt? Sein "Vize" Michael Ziege gilt als Favorit. Aber Suche nach Alternativen hat längst begonnen.

Wer Verantwortung trägt, kommt um die Antwort auf die Frage nicht herum: Wann ist der richtige Zeitpunkt erreicht, den Weg für eine gute Nachfolgeregelung frei zu machen? Schnell empfehlen wir anderen mit Blick aufs Alter den Rückzug aufs Altenteil anzutreten. Sollen wir aber selbst loslassen, fällt uns das verdammt schwer. Darum ist es müßig zu diskutieren, ob Benno Jakubassa besser schon beim politischen Aschermittwoch 2016 auf eine erneute Kandidatur verzichtet hätte. Jetzt hat er es getan. Nach 22 Jahren an der Spitze der Neusser SPD zieht sich der 63-Jährige aus der operativen Politik zurück.

Wenn Benno Jakubassa demnächst verabschiedet wird, endet eine Ära. Vielleicht ist er der meist unterschätzte Politiker in Neuss, weil er persönlich nichts werden wollte. Seit vielen Jahren gilt für ihn: kein Stadtrat, kein Kreistag, keine Kandidatur für Bundes- und Landtag. Diese Unabhängigkeit ließ ihn zum mächtigen Vorsitzenden aufsteigen, der als Parteichef die Strippen zog. Gegen ihn gab es keine Mehrheit. Bemerkenswert seine Analysen - präzise sezierte er die eigene Partei, aber auch die politischen Mitbewerber. Oft schien es, er kannte die Neusser CDU besser als die sich selbst. Schluss. Aus. Vorbei.

Mit dem Abschied von Benno Jakubassa schlägt die Stunde der "goldenen Generation". Die Liste der SPD-Talente ist lang. Die Jungen, die im Rat sitzen, sind bekannt: Sascha Karbowiak, Mirza Kehonjic-Thiede, Hakan Temel, Heinrich Thiel, Marc Vanderfuhr oder Michael Ziege. Aus den Talenten müssen nun Leistungsträger werden. Sie müssen liefern. Der Jakubassa-Nachfolger wird aus ihren Reihen kommen. Ein viel genannter Tipp ist Michael Ziege. Aber ob der Vorsitz wirklich wie automatisch auf Jakubassas langjährigen Stellvertreter zu läuft, bleibt abzuwarten. Ziege gilt als "Breuers Vertrauter". Schon formieren sich die Genossen, die sich eine SPD wünschen, die nicht alles abnickt, was aus dem Rathaus kommt.

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Quelle: NGZ
 
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