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Neuss
Ausstellungen auf der "Rakete" zu Richard Deacon

Neuss. Die Langen Foundation zeigt eine Übersicht, die Schütte-Halle die aktuellen Arbeiten des Bildhauers.

Der britische Bildhauer Richard Deacon wird ab 4. September in gleich zwei Ausstellungen auf der Raketenstation Hombroich präsentiert. Die Langen Foundation zeigt eine Übersicht über die Werke des Künstlers, der als führender Vertreter der zeitgenössischen Skulptur gilt. Sie ist zusammen mit dem Kunstmuseum Winterthur entwickelt worden und trägt den Titel "On the other Side".

Die Skulpturenhalle der Thomas-Schütte-Stiftung zeigt unter dem Titel "Under the Weather" aktuelle Skulpturen von Deacon. Eine Retrospektive aller Papierarbeiten Richard Deacons findet übrigens im Museum Folkwang in Essen statt: "Richard Deacon. Drawings 1968-2016".

Das mehr als 40 Jahre umfassende Schaffen des Bildhauers und Turner-Preisträgers (1987) ist gekennzeichnet durch dynamische abstrakte Formen und eine ungewöhnliche Vielfalt an Materialien. Mit rund 45 Skulpturen aus Holz, Metall und Keramik führt die Ausstellung in der Langen Foundation Deacons variantenreiche Formensprache und den experimentellen Umgang mit Materialien vor Augen, der das Werk des Künstlers auszeichnet.

Seit den 1980er Jahren setzt Richard Deacon unterschiedlichste Werkstoffe wie Holz, Edelstahl, Ton, Papier und diverse Kunststoffe für seine Skulpturen ein. Bis heute geht er dabei immer von den jeweiligen Eigenschaften eines Materials aus und findet zu seinen Formen, indem er dessen Möglichkeiten - und Grenzen - untersucht.

So biegt er etwa in der Skulptur "Orinoco" (2007) Holz mit Hilfe von Dampf in einer Weise, dass das starre Material beweglich und fließend erscheint, oder baut in seiner "Assemblies" genannten Werkserie (2008) komplexe Konstruktionen aus Keramik. Deacons "Infinities" (2008) - Reliefs aus poliertem Edelstahl - sind aus organisch geformten Elementen zusammengesetzt, während in seinen zuletzt entstandenen Keramikskulpturen, den "Flats" (2014), die malerische Glasur im Zentrum steht.

Es ist der Arbeitsprozess selbst, aus dem heraus Deacons Skulpturen entstehen und der ihn zu Ergebnissen führt, die ganz im Sinne seines Ausstellungstitels "On the other Side" sind, also nicht dem Vorhersehbaren und dem Gängigen entsprechen.

Dabei wendet der Künstler, der sich gerne als "fabricator" bezeichnet, handwerkliche ebenso wie industrielle Verfahren an und bezieht Fachleute für Holz, Metall oder Keramik in seine Arbeit ein. "I like working with other people" sagt Deacon, der in London lebt und arbeitet, über seine Arbeitsweise, die sich durch enge und langjährige Kollaborationen und sein Interesse an Dialog und gemeinschaftlichem Arbeiten auszeichnet. Auf dem Hintergrund der großen Bedeutung, die Fragen der Zusammenarbeit derzeit in der aktuellen Kunstdiskussion haben, leistet Richards Deacons Werk auch in dieser Hinsicht einen maßgeblichen Beitrag.

Quelle: NGZ
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