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Neuss
Autor Stephan Werhahn sorgt sich um Europa

Neuss: Autor Stephan Werhahn sorgt sich um Europa
Er ist ein Anhänger der europäischen Idee, deren Zukunft er dezentral und subsidiär sieht: Stephan Werhahn ist Co-Autor des Buches "SOS Europa". FOTO: Woi
Neuss. Konrad Adenauer gehörte zu den Verfechtern der europäischen Idee. Sein Enkel formuliert als Buchautor einen Hilferuf für den Kontinent. Von Ludger Baten

Wenn sich ein Enkel Konrad Adenauers öffentlich zu Wort meldet, erzielt er immer Aufmerksamkeit. Wenn nun aber Stephan Werhahn mit seinen Co-Autoren Gottfried Heller und Ulrich Horstmann ein Buch mit dem Hilferuf "SOS Europa" betitelt, dann hat das besonderes Gewicht. Denn sein Großvater, der erste Kanzler der Bundesrepublik, gehört wie Robert Schumann oder Alcide de Gasperi zu den Gründervätern der europäischen Idee, die sie damals immer auch als Friedensunion und Wertegemeinschaft verstanden haben.

In einer Zeit, in der viele Menschen mehr Fragen als Antworten zur Zukunft Europas haben, wollen der in Neuss geborene Stephan Werhahn und seine Mitstreiter "Wege aus der Krise" aufzeigen und "ein Kompass für Europa" sein. Heute stellt Werhahn (63), dessen Elternhaus an der Erftmündung steht, das vor zwei Wochen erschienene Buch auf einer Pressekonferenz in der Mayerschen Buchhandlung am Büchel in seiner Heimstadt vor. Das Echo sei positiv, sagt Werhahn, die Nachfrage der Leserschaft gut: "Der FinanzBuch Verlag bereitet gerade die zweite Auflage vor."

Nach der Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, sehen viele die Europäische Union am Scheideweg. Hinzu kommen Finanz- und Bankenkrise, wirtschaftliche Probleme, Terrorangriffe, Flüchtlingszuwanderung - die politischen und wirtschaftlichen Eliten zeigen sich ratlos in einer labilen Situation, die gerade nach Führung verlangt. Das neue Buch versucht, Antworten zu geben, wie das krisengerüttelte Europa im Wettbewerb zur aufstrebenden globalen Konkurrenz bestehen kann. Werhahn hat die Kernthesen des Buches in einen "10-Punkte-Plan zur Rettung Europas" zusammengefasst, der schon im Internet veröffentlicht wurde.

Stephan Werhahn (63) stammt aus Neuss, seine Mutter Libet ist die jüngste Tochter Konrad Adenauers; sein Vater Hermann Josef starb vor wenigen Tagen. Das Neusser Quirinus-Gymnasium verlies er mit dem Abiturzeugnis in der Tasche, politisch engagierte er sich in der Jungen Union. Gemeinsam mit Annette Schavan und Angelika Quiring-Perl, die damals noch ihren Mädchennamen Gondorf trug, klebte er Wahlkampfplakate für die CDU. Der Beruf führte ihn fort aus seiner Heimatstadt: Heute lebt Werhahn in München und hat einen Zweitwohnsitz in Ulm.

Seine politische Heimat fand Stephan Werhahn - abgesehen von einem kurzen Intermezzo im Bundestagswahlkampf 2012/13 bei der Bürgerbewegung Freie Wähler (FW) - in der CDU. Seine Ambitionen, in der Nachfolge von Annette Schavan nach der Bundestags-Kandidatur in deren Ulmer Wahlkreis zu greifen, gab er vor acht Wochen auf. Gegen die 27 Jahre alte Bundestags-Nachrückerin Ronja Schmitt mochte er nicht antreten: "Es ist doch gut, wenn die CDU eine gute, junge Politikerin als Kandidatin aufbieten kann." Werhahn selbst engagiert sich vor allem wie sein Vater in der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU/CSU, deren Kreisvorsitzender er in Ulm ist und deren Vorständen er auf Bundes- und Landesebene angehört: "Ich bin von der katholischen Soziallehre geprägt und werbe für das Prinzip der Subsidiarität in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft - und in Europa."

Quelle: NGZ
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