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Neuss
Azubi verarbeitet Metall mit schwerem Gerät

Neuss: Azubi verarbeitet Metall mit schwerem Gerät
Lernt in seiner Ausbildung auch den Umgang mit der Flex: Trutz Franke lernt den Beruf des Metallbauers in der Fachrichtung Konstruktionstechnik. FOTO: l. berns
Neuss. Trutz Franke (22) macht eine Ausbildung zum Metallbauer. Er lernt im Alltag verschiedene Werkzeuge kennen und hilft bei der Montage. Von Christian Kandzorra

Betrieb Metall ist ein wichtiger Baustoff. Doch die Verarbeitung des Materials für Treppen, Geländer, Podeste, Schließmechanismen und andere Dinge will gelernt sein. Profis in der Weiterverarbeitung sind Metallbauer. Trutz Franke lernt diesen Beruf in der Fachrichtung Konstruktionstechnik und durchläuft jetzt das zweite Jahr seiner Ausbildung im Jüchener Meisterbetrieb von Bernhard Magiera. Dort wird der 22-Jährige voll ins Betriebsgeschehen einbezogen. Er arbeitet nicht nur in der Werkstatt, sondern hilft auch vor Ort bei Montagen.

Wer den Beruf des Metallbauers lernen möchte, sollte ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben. "Das ist mindestens genauso wichtig wie Ehrgeiz und technisches Interesse", sagt Trutz Franke, der in seiner Ausbildung die immer neuen Herausforderungen liebt. In der Werkstatt ist auch handwerkliches Geschick gefragt. "Auf einen speziellen Schulabschluss kommt es nicht an. Aber wer in dem Beruf arbeitet, muss die Grundlagen der Mathematik beherrschen. Schließlich müssen wir im Alltag ständig zum Beispiel Umfänge, Flächen und Kräfte berechnen. Ohne geht es nicht", betont Bernhard Magiera. Fleiß sei ebenfalls von Vorteil - genauso wie Durchhaltevermögen. Denn Azubis in diesem Bereich lernen auch durch Fehler, wachsen mit den Herausforderungen. Ein Pkw-Führerschein ist nicht in jedem Betrieb eine Grundvoraussetzung.

Trutz Franke startet morgens gegen 7.30 Uhr in den Arbeitstag. "Der Alltag ist sehr abwechslungsreich, weil die Aufträge sehr unterschiedlich sind", erzählt der Rommerskirchener, der vor seiner Ausbildung im Betrieb Magiera in einem anderen Unternehmen eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann begonnen hatte. "Da habe ich aber schnell gemerkt, dass das nicht das Richtige für mich ist. Ich muss am Ende des Tages sehen können, was ich geschafft habe", sagt Franke, dessen Ausbildung insgesamt dreieinhalb Jahre dauert.

In der Werkstatt ist er an verschiedenen Projekten beteiligt. "Wir stellen vom Treppengeländer bis hin zum Briefkasten so ziemlich alles her, was aus Metall ist", erzählt Metallbaumeister Bernhard Magiera, der in seinem Betrieb zwei Azubis beschäftigt. Im ersten Jahr würden die Nachwuchs-Fachkräfte in erster Linie den Umgang mit den Werkzeugen kennenlernen. "Wer neu ist in dem Beruf, muss sich erst einmal einen Überblick verschaffen und mit der Zeit lernen, wie sich das Material verhält und wie man das Metall mit den speziellen Maschinen weiterverarbeitet", erklärt Magiera.

Schritt für Schritt lernt auch Trutz Franke die Metallverarbeitung kennen, zum Beispiel die Zerspanung. "Im Alltag lerne ich, wie Metall auf die richtige Größe geschnitten wird, wie ich es richtig schleife, schweiße und Öffnungen bohre", erzählt Franke, der regelmäßig auch zur Endmontage zum Kunden fährt. In seiner Ausbildung lernt er darüber hinaus, wie er Skizzen erstellt, genaue Baupläne zeichnet und Kunden betreut. "Natürlich ähneln sich die Arbeitsschritte, aber eigentlich ist kein Projekt wie das andere. Und das begeistert mich", sagt der 22-Jährige. Seine Arbeit wird nach Auskunft der Handwerkskammer Düsseldorf im ersten Lehrjahr mit 633 Euro, im zweiten mit 682, im dritten mit 743 und im vierten mit 799 Euro brutto im Monat vergütet.

Der Azubi besucht blockweise mehrmals im Jahr das Berufsbildungszentrum in Grevenbroich. Dort stehen auch fachbezogene Fächer wie technische Mathematik auf dem Stundenplan.

Immer weniger Menschen machen eine duale Berufsausbildung und lernen handwerkliche Berufe, in denen auch körperlicher Einsatz gefragt ist. Das sichert die Zukunft ausgelernter Metallbauer.

Quelle: NGZ
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