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Neuss
Bahnhofs-Dach schließt Bauabschnitt ab

Neuss: Bahnhofs-Dach schließt Bauabschnitt ab
Ein Etappenziel ist erreicht: Mit dem neuen Vordach ist die Öffnung des Hauptbahnhofes Richtung Marienkirchplatz vollendet. An dieser ÖPNV-Drehscheibe bleibt trotzdem noch viel zu tun. FOTO: C. Kleinau
Neuss. Mit dem Dach als letzter Komponente ist die Verbindung zum Marienkirchplatz vollendet. Damit ist aber nur ein Etappenziel erreicht. Eine neue Wegweisung und der Umbau des Theodor-Heuss-Platzes sind schon aufgerufen. Von Christoph Kleinau

In der ehemaligen Schraubenfabrik Whitesell werden keine Flüchtlinge untergebracht. "Dieser Zug ist abgefahren", sagt Bürgermeister Reiner Breuer angesichts des Widerstands von CDU und Grünen einerseits und der seit Wochen unbeantworteten Anfrage an den Insolvenzverwalter andererseits, der sich zu möglichen Altlastenuntersuchungen nicht verbindlich äußern will. So bleibt das große Fabrikgelände direkt am Hauptbahnhof bis auf Weiteres ein Gewerbegebiet. "Ich habe nicht die Absicht, das Planrecht anzurühren", stellt Breuer klar.

Die Zukunft der Industriebrache bleibt trotzdem ein wichtiges Thema - auch für die Entwicklungen am Hauptbahnhof selbst. Denn den Auftrag der Politik, ein Konzept für eine bessere Wegweisung zu erarbeiten und insbesondere den Umstieg von Bus oder Straßenbahn in den Zug einfacher zu machen, fasst Planungsdezernent Christoph Hölters viel weitreichender auf. Er will den Gesamtbereich in den Blick nehmen und den Verkehrsplan ebenso in weitere Überlegungen einbeziehen wie das städtebauliche Entwicklungspotenzial. In diesem Kreis, den er um den Hauptbahnhof im Mittelpunkt ziehen will, sei die Schraubenfabrik mit drin, sagt er.

Aber auch der Theodor-Heuss-Platz. Die Idee, diesen umzugestalten und dabei auch die S-Bahn-Haltestelle barrierefrei zu machen, hat die Stadtverwaltung nicht aufgegeben. In einem ersten Schritt hat sie ihn immerhin für Radfahrer und Fußgänger "durchlässiger" gemacht. Der breite Überweg, der die, so Hölters, "selbstverständliche Verknüpfung mit dem Marienkirchplatz" betont, hat jetzt eine Verlängerung bis ins Bahnhofsgebäude erfahren. Gut ein Jahr nach Fertigstellung des neuen Heuss-Platzes, der der Stadt rund eine halbe Million Euro wert war, ist nun auch das von der Stadt zu errichtende Vordach über dem, so Hölters, "faktischen Haupteingang" fertig. Zwei Monate später, als das aktuell abgeräumte Baustellenschild versprach, aber immerhin. Was Hölters ein wenig verdrießt: "Die Beleuchtung ist noch nicht in Betrieb", sagt er. Die nämlich werde "wunderschön".

Die Anstrengungen der Bahn, die das Innere des Hauptbahnhofes mit einer Finanzspritze aus Mitteln der "Modernisierungsoffensive 2" des Bundes aufgemöbelt hat, sowie die Bemühungen der Stadt zur Aufwertung des Bahnhofsumfeldes tragen nach Hölters Ansicht allmählich Früchte. "Stück für Stück fügt sich alles zu einem besseren Ganzen", sagt er. "Und die Teile passen sogar zusammen". Ein Beispiel dazu: Hinter dem Nordausgang, wo ein Stück des Weissenberger Weges unter einem fast autofreien Platz vor dem Jobcenter verschwunden ist, wurden die gleichen Materialien verwendet wie vor dem Südportal.

Dass der Hauptbahnhof im aktuellen Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr trotzdem nicht über ein "noch akzeptabel" hinauskommt, hat eher mit der Funktionalität im Inneren zu tun. Schon im Vorjahr hatten (zu) oft defekte Aufzüge im Bahnhof eine bessere Bewertung verhindert. Das, betonte VRR-Sprecher Holger Finke, "fließt massiv in die Bewertung ein".

Quelle: NGZ
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