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Neuss
Balkon-Abbruch kündigt Rathaus-Sanierung an

Neuss. Norfer Politiker sind unzufrieden über Entwicklung am Lessingplatz und beim Thema neues Seniorenheim. Von Rolf Hoppe

Er kommt auch nicht jeden Tag am alten Rathaus vorbei. Und so stellte Michael Klinkicht (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses überrascht fest: "Der Balkon ist weg". Sichtbares Zeichen, dass es mit der Renovierung des alten Rathauses vorangeht.

Der Abriss des seit Jahren provisorisch abgestützten Balkons war nach Auskunft des städtischen Gebäudemanagements nötig, weil Armierung und Stein sich als so marode erwiesen, dass ein Erhalt nicht möglich war. Jetzt soll in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz die Erneuerung nach dem alten Vorbild in Angriff genommen werden. Rückbau und Erdarbeiten sind nach Auskunft der Stadt im Plan.

Mit Wohlwollen nahm der Bezirksausschuss zur Kenntnis, dass im Nutzungskonzept als barrierefreier Zugang nunmehr eine Rampe sowie im Innern des Gebäudes ein Aufzug geplant ist. Weiterhin werden die Polizeiwache und Verwaltungsräume erhalten bleiben; eine Nutzung als Wohnung ist nicht vorgesehen. Weiter im Gespräch bleibt die dringend gewünschte Erweiterung des Sitzungszimmers.

Weitaus weniger voran geht es nach Ansicht des Bezirksausschusses beim den Themen "Zukunft des Lessingplatzes" und dem geplanten Seniorenzentrum an der Nievenheimer Straße. Frank Wolters vom Amt für Wirtschaftsförderung führte zum Thema Lessingplatz aus, dass es oberste Prämisse sei, eine Lösung für alle zu finden. Sein Amt ist für die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes zuständig und in dieser Funktion beteiligt, wenn nun die Platzfläche insgesamt aufgewertet wird. Ein Gestaltungskonzept war schon mehrfach angemahnt worden, sagt Wolters, doch wollte die Verwaltung eine Diskussion darüber erst nach Eröffnung des neuen Supermarktes in Gang setzen. Nun soll es losgehen, doch sei es nicht leicht, so Wolters, die Interessen von Nutzern, Anwohnern, Einzelhandel und Kunden unter einen Hut zu bringen. Ein externes Beratungsbüro habe derzeit ein Gestaltungskonzept in Arbeit, das danach mit Anwohnern und Händlern erörtert werden soll. Die müssen nach Ansicht der Stadt mit eigenen Anstrengungen an dem Ziel "Erhöhung der Aufenthaltsqualität" mitwirken.

Ähnlich schleppend stellt sich aus Sicht der Politik die Entwicklung beim geplanten Seniorenzentrum an der Nievenheimer Straße dar. Die CDU-Stadtverordnete Waltraud Beyen forderte einen Sachstandsbericht ein, denn die Ungeduld ist im Bezirksausschuss allgemein. Wie Gottfried Dorschner vom Amt für Bürgerangelegenheiten, der die Verwaltung in den Bezirksausschüssen vertritt, erklärte, laufen Gespräche zwischen dem Bauverein als Bauherren, der Diakonie als Betreiber und dem Rhein-Kreis. Weil der Kreis die Zahl der Plätze, die er genehmigen würde, reduziert hat, müssen alle Pläne angepasst werden. Baubeginn könnte Anfang 2017 sein.

Quelle: NGZ
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