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Replik des Batman-Schlittens
Das Batmobil bekommt in Neuss neuen Lack

Batmobil wird in Neusser Werkstatt lackiert
Neuss. Eine Neusser Werkstatt verpasst der Replik eines Batmobils die mattschwarze Farbe. Erbaut wurde der Wagen von einem Arzt. Von Andreas Buchbauer

Im Grunde fehlt jetzt nur noch der Butler Alfred, denn Bruce Wayne kann ja nicht. Der geheimnisvolle Multimilliardär muss unerkannt im Verborgenen bleiben, nur Kino-Zuschauer und Comic-Fans dürfen wissen, dass er sich hinter Batman verbirgt - und natürlich sein Diener Alfred. Ihn würde Bruce Wayne wohl vorschicken, um letzte Details in der Werkstatt zu klären. Denn weit außerhalb von Gotham City bekommt das Batmobil gerade einen dringend erforderlichen mattschwarzen Anstrich. Und so ein Superheld ist natürlich gerissen: Um keine Aufmerksamkeit zu erregen, hat er sich einen Ort ausgesucht, an dem niemand seinen Kultwagen vermuten würde - Neuss. In der Werkstatt der "LPS-Service-Center Gruppe" an der Hammer Landstraße wird das Gefährt zurzeit hergerichtet. Geschäftsführer Detlef Peltzer ist die Freude über den ungewöhnlichen Auftrag anzumerken. "Na, dann gehen wir uns das gute Stück mal anschauen", sagt er.

Noch sieht das Batmobil aus wie ein Prototyp. Statt schwarz ist es metallisch-silbern, aber das wird sich in den nächsten Tagen ändern. LPS-Mitarbeiter Marius Kajder und seine Kollegen werden den Wagen so folieren, dass er in Kürze aussieht wie in den Kinofilmen von Regisseur Christopher Nolan. Dazu wird das Fahrzeug mit Spezialreinigern zunächst komplett entfettet, damit die Sprühfolie auch wirklich auf dem Metall hält. Zudem muss alles, was nicht mattschwarz werden soll, fein säuberlich abgeklebt werden - zum Beispiel die Seitenfenster. "Alles in allem planen wir zwei größere Sonderschichten ein, um dem Batmobil sein bekanntes mattschwarz zu verpassen", sagt Kajder. "Dabei achten wir auch auf Details."

Sie sind dafür verantwortlich, dass das Batmobil bald seinen schwarzen Lack bekommt: Kevin und Detlef Peltzer und Marius Kajder. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)

Der Auftraggeber für das Batmobil: Chirurg Wirtz

Der Besitzer, der die LPS mit dem ungewöhnlichen Auftrag betraute, soll schließlich zufrieden sein. Sein Name: Oliver Wirtz. Der Unfallchirurg aus Borken baut in seiner Freizeit berühmte Fahrzeuge aus Hollywoodfilmen als Replik nach. Mit dem DeLorean aus "Zurück in die Zukunft" hat es angefangen, jetzt wandelt der 49-Jährige auf den Spuren von Bruce Wayne. "Als der Wagen auf einem Transporter nach Neuss gebracht wurde, haben auf der Autobahn eine ganze Menge Leute gestaunt und sogar Fotos mit dem Smartphone gemacht", sagt Wirtz. Der leidenschaftliche Fahrzeugbauer ist sicher: In mattschwarz wird der Wagen ein noch größerer Hingucker sein.

Wie das Batmobil, made in Neuss, heute aussieht, sehen Sie im Video.

Die Replik des Batmobils muss in der kommenden Woche foliert und komplett fertig sein. Schließlich soll sie laut Wirtz ab dem 17. März auf der Oldtimermesse "Retro Classics" in Stuttgart gezeigt werden - und das, obwohl der Wagen alles andere als ein Oldtimer ist. Im Gegenteil: Viel futuristischer als das Batmobil aus der "The Dark Knight"-Trilogie von Christopher Nolan, die zwischen 2005 und 2012 in den Kinos lief, geht's kaum. Das Neusser LPS-Team muss also schnellstens zur Tat schreiten. "In ein paar Tagen ist alles fertig", sagt Detlef Peltzer. Der Inhaber der auf Autoaufbereitung spezialisierten "LPS-Service-Center Gruppe", die sich mit 200 Technikern an bundesweit 30 Standorten um die Beseitigung von Beulen und Kratzern kümmert, weiß, dass der Auftrag für seine Mitarbeiter etwas Besonderes ist. "Ein Batmobil bekommt man schließlich nicht alle Tage zum Folieren in die Werkstatt", sagt Marius Kajder. "Ich habe alle Besonderheiten des Fahrzeugs sofort im Internet recherchiert."

Bilder zum Film: Szenen aus "Batman v. Superman" FOTO: WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC

Oliver Wirtz freut sich bereits darauf, das Fahrzeug nächste Woche wieder abzuholen. Mit Gelassenheit reagiert er auf jüngste Meldungen aus den USA. Dort hat der Comicverlag DC Comics in einem Rechtsstreit gegen einen Autohersteller gesiegt, der Batman-Fahrzeuge nachgebaut und für rund 90.000 Dollar verkauft hat. Der Oberste Gerichtshof in Washington entschied nun, dass es dafür einer Zustimmung des Rechteinhabers - also des Comicverlags - bedarf. Wirtz bleibt entspannt und betont, dass er seine Batmobil-Replik nicht kommerziell nutze. "Es wird nicht verkauft oder für Geld vermietet", sagt er. "Auch nicht für die Messe."

Ihm gehe es vor allem um sein Hobby, mit dem er sich immer wieder einen kleinen Traum erfüllt. Ein Batmobil und - wie Wirtz - drei DeLoreans hat schließlich nicht mal Bruce Wayne in der Garage stehen.

Quelle: NGZ
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