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Neuss
Baugrund ist rar und wird teurer

Neuss: Baugrund ist rar und wird teurer
Der meiste Umsatz mit unbebauten Grundstücken wurde 2016 im Neubaugebiet Allerheiligen-Ost gemacht. Der Gesamtumsatz betrug 12,5 Millionen Euro. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Der Gutachterausschuss hat die Bodenrichtwerte in Neuss angehoben - im Schnitt um zehn Euro pro Quadratmeter. Gestern Abend wurde der Grundstücksmarktbericht 2017 im Ausschuss für Wirtschaft und Liegenschaften vorgestellt. Von Andreas Buchbauer

Der Bedarf an Bauland ist in Neuss ungebrochen hoch. "Das gilt sowohl für die Wohnbebauung als auch für Gewerbe- beziehungsweise Industrieflächen", sagt Sebastian Biela, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Neuss. Gestern Abend stellte er die Bodenrichtwerte und den Grundstücksmarktbericht 2017 im Ausschuss für Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten vor. Der Kauf von Grundstücken beziehungsweise Wohnraum ist in Neuss demnach teurer geworden.

Mit 432,7 Millionen Euro zog der Gesamtumsatz auf dem Neusser Grundstücksmarkt laut Gutachterausschuss im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 - damals waren es 420,1 Millionen Euro - leicht an. Insgesamt gab es 1367 Kauffälle - rund sechs Prozent mehr 2015. In 79 Fällen wurden unbebaute Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau veräußert. "Der Umsatzschwerpunkt lag im Gewerbegebiet Allerheiligen-Ost", sagt Biela. Ansonsten gebe es in Neuss im Grunde keine Gebiete mit einer Konzentration an unbebauten Grundstücken zum Verkauf mehr. "Der Rest der verkauften Grundstücke in diesem Bereich liegt übers Stadtgebiet zerstreut."

Die Kaufpreise stiegen gegenüber 2015 um drei Prozent. Deshalb hat der Gutachterausschuss die Bodenrichtwerte im Durchschnitt um zehn Euro pro Quadratmeter angehoben. In exklusiveren Lagen - dazu zählen Grundstücke in Rheinnähe wie zum Beispiel "Am Röttgen" in Grimlinghausen oder "Allmende" in Uedesheim - seien die Preise sogar um 30 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Der durchschnittliche Kaufpreis für ein Baugrundstück in Neuss lag 2016 bei rund 380 Euro pro Quadratmeter. Beim Gewerbebauland - die Umsätze dort sind gering, weil es schlicht an Flächen mangelt - wurden die Bodenrichtwerte um durchschnittlich fünf bis zehn Euro erhöht. Gestiegen ist zudem der Preis für Ackerland. Laut Gutachterausschuss lagen sie 2016 fast zehn Prozent über den Vorjahreswerten. "In diesem Bereich lässt sich beobachten, dass auch zunehmend Käufer aktiv sind, die mit Landwirtschaft nichts zu tun haben", sagt Biela. "Da wird auf die Wertentwicklung eines Grundstücks spekuliert." Zu Jahresbeginn hatten die Landwirte in der Region bereits davor gewarnt, dass Investoren immer mehr auf Land als Kapitalanlage setzen.

Auf dem Wohnungsmarkt beobachtete der Gutachterausschuss im Bereich des Neubaus einen Trend zu großen Wohnungen mit mehr als 100 Quadratmeter Wohnfläche in gehobener Ausstattung. Eine neue Eigentumswohnung habe in Neuss 2016 durchschnittlich rund 3070 Euro pro Quadratmeter gekostet. Günstiger sei der Erwerb von Bestandswohnungen. Dort wurden im Schnitt rund 1730 Euro pro Quadratmeter gezahlt - acht Prozent mehr als 2015.

Insgesamt wurden 2016 zudem 36 schlüsselfertige Neubauten in Neuss veräußert. Zudem wurden 332 bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft - bei einer Preissteigerung von fast sieben Prozent.

Quelle: NGZ
 
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