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Neuss
Bauland in Neuss wird teurer

Neuss. Im Schnitt sind die Kaufpreise für Wohnbauland in Neuss 2015 um rund 4,5 Prozent gestiegen. Das geht aus der neuen Bodenrichtwertkarte des Gutachterausschusses hervor. Angegeben sind Werte pro Quadratmeter. Von Andreas Buchbauer

Wer in Neuss bauen möchte und ein passendes Grundstück sucht, muss bei der Suche nicht nur jede Menge Geduld aufbringen. Er muss auch tiefer in die Tasche greifen als im vergangenen Jahr. Das geht aus den aktualisierten Bodenrichtwerten, die vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Neuss veröffentlicht wurden, hervor. Dabei gilt: Je näher es an den Innenstadtbereich herangeht, desto teurer wird es in der Quirinus-Stadt. Am Büchel schnellt er gar auf bis zu 2550 Euro pro Quadratmeter in die Höhe - das ist der Spitzenwert in Neuss. Günstiger wird es an der Peripherie. Für Morgensternsheide werden vom Gutachterausschuss zum Beispiel teilweise 190 Euro pro Quadratmeter angegeben.

Im Schnitt sind die Kaufpreise für Wohnbauland in Neuss 2015 um rund 4,5 Prozent gestiegen. Ähnlich war die Entwicklung bei Gewerbebauland. Dort legte der Preis um rund vier Prozent zu - und bei Agrarland sogar um rund sechs Prozent. Das geht aus Unterlagen des Gutachterausschusses hervor. Er wird die neue Bodenrichtwertkarte am Mittwoch, 9. März, im Ausschuss für Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten vorstellen. Vorher äußert sich der Gutachterausschuss nicht zu den Daten. Detailliertere Informationen sollen zudem noch in diesem Monat mit dem neuen Grundstücksmarktbericht vorgelegt werden.

Für Makler Alexander Busch hängen die gestiegenen Preise nicht nur mit der guten Entwicklung, die Neuss in den vergangenen Jahre zusätzlich attraktiv gemacht habe, zusammen. "Was Baugrundstücke anbelangt, herrscht in Neuss Knappheit auf dem Markt - vor allem im Innenstadtbereich", sagt der Sprecher der Neusser Immobilienbörse. Dabei handelt es sich um einen seit 1992 bestehenden Zusammenschluss von inhabergeführten Maklerbüros. Knappheit bei anhaltender Nachfrage bedeutet: Der Preis zieht an. Dies lässt sich auch an der neuen Bodenrichtwertkarte ablesen.

Diese kommt umfangreicher und detaillierter als in den Vorjahren daher. Das liegt an einem neuen Bodenwertmodell der Gutachterausschüsse in NRW, das erstmals angewendet wurde. Die Richtwertzonen werden nun kleinräumiger gestaltet. Gab es 2015 für Neuss 156 Bodenrichtwertzone, so hat sich die Zahl für 2016 mit 320 mehr als verdoppelt. Das soll bessere Vergleichsmöglichkeiten bieten.

Bodenrichtwerte geben einen durchschnittlichen Bodenwert je Quadratmeter für ein unbebautes Grundstück an. Die Übersicht wird in verschiedene Lagen unterteilt. Zusätzlich werden Hinweise gegeben, auf welche typischen Grundstückseigenschaften sich dieser Wert bezieht - zum Beispiel Wohnbebauung. Der Bodenrichtwert ist allerdings kein Verkehrswert.

Einsehen kann jeder Bürger die Bodenrichtwertkarte schon jetzt. Die Daten sind bereits im neu gestalteten Bodenrichtwertsportal des Landes NRW unter www.borisplus.nrw.de im Internet aufgelistet. Sie sollen zudem in das erneuerte Geoportal des Rhein-Kreises Neuss eingepflegt werden, das unter www.rhein-kreis-neuss.de/geoportal aufgerufen werden kann. Dort können Bürger auch Luftbilder, historische Karten, Flächennutzungspläne, den Landschaftsplan einschließlich Natur- und Landschaftsschutzgebieten und Karten zu Wasserschutzzonen einsehen.

Das Geoportal soll mit mehr Serviceangeboten fortlaufend ausgebaut werden - insbesondere soll es dabei einen raschen Überblick über Baugrundstücke sowie Infrastruktur in den Orten geben.

Quelle: NGZ
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