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Serie Meine Ausbildung (9)
Bautenschützer dichten Häuser ab

Serie Meine Ausbildung (9): Bautenschützer dichten Häuser ab
Marco Urbach ist als angehender Holz- und Bautenschützer dafür zuständig, ein Bauwerk abzudichten und vor Feuchtigkeit und Pilzbefall zu schützen. FOTO: "Tinter, Anja (ati)"
Neuss. Zwischen Baustelle und Berufsschule: Die Ausbildung verlangt von Marco Urbach neben handwerklichem Geschick körperlichen Einsatz. Von Christian Kandzorra

Der Betrieb Wer ein Haus baut, sollte es gegen Feuchtigkeit, Pilzbefall und andere schädliche Einflüsse schützen. Dann sind spezielle Abdichtungen und Schutzmaßnahmen gefragt, die von Fachkräften für Holz- und Bauten-Schutzarbeiten durchgeführt werden. Marco Urbach aus Dormagen absolviert eine Ausbildung für diesen Beruf bei der Firma Hastenrath und durchläuft derzeit das erste Lehrjahr.

Weil rund 85 Prozent aller Gebäude bundesweit älter sind als 15 Jahre werden Holz- und Bautenschützer wie er allerdings längst nicht nur in Neubauten aktiv. "Oft sind wir auch im Bestand gefragt, wenn zum Beispiel Feuchtigkeit ins Kellergeschoss dringt", sagt der 34-Jährige. Bewerbung Wer sich für diesen Ausbildungsberuf interessiert, sollte handwerkliches Geschick mitbringen. "Grundsätzlich ist auch ein sauberes Auftreten und Höflichkeit gefragt, denn auch Azubis stehen ständig in Kontakt mit den Kunden", sagt Marco Urbach. Grundvoraussetzung für die Ausübung des Berufs ist ein Schulabschluss und eine gute Allgemeinbildung. "Auch ein Praktikum im Vorfeld bietet sich an", sagt der Dormagener. Er hat es bei Hastenrath genauso gemacht.

Ausbildung Marco Urbach wurde mit Beginn seiner dreijährigen Ausbildung sofort ins alltägliche Betriebsgeschehen mit einbezogen. Er fährt mit seinen Kollegen von Baustelle zu Baustelle. Meist sind es zwei bis vier, die parallel laufen. "Durchschnittlich sind wir an einem Ort wegen der Trockenzeiten 14 Tage beschäftigt", sagt Urbach.

Der Fokus liegt in NRW eher auf der Abdichtung von Bauwerken. In anderen Bundesländern, in denen es mehr Fachwerkhäuser gibt, stehen Holzschutzmaßnahmen gegen Käfer und Pilze im Vordergrund. Auf den Baustellen heißt es häufig: Die betroffene Gebäudestelle freilegen, reinigen, Wärmedämmung und Dichtmasse auftragen, trocknen lassen - und das Erdreich wieder verdichten. "Mir ist es wichtig, draußen arbeiten zu können", sagt der 34-Jährige, der nach seinem Realschulabschluss unter anderem als Hausmeister und in einer Stanzerei tätig war. Auch bei schlechtem Wetter wird draußen gearbeitet. Die Ausbildung wird nach Tarif im ersten Lehrjahr mit 708, im zweiten mit 1088 und im dritten mit 1374 Euro brutto vergütet.

Berufsschule Zur Ausbildung zählt blackweise Berufsschulunterricht. Auf mehrere Wochen verteilt werden die Berufsschüler für Holz- und Bautenschutzarbeiten drei Monate pro Jahr am Glockenspitz-Kolleg in Krefeld unterrichtet. Auf dem Stundenplan stehen berufsbezogene Fächer wie Bautenschutz, Holzschutz oder technisches Zeichnen.

Zukunft Der Gebäudebestand in Deutschland wächst, der Beruf hat Zukunft. Viele Unternehmen suchen ausgebildete Holz- und Bautenschützer. "Ich möchte mich später auf den im Raum Dormagen üblichen Bautenschutz spezialisieren", sagt Urbach.

Serie Die Serie "Meine Ausbildung" stellt in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Ausbildungsberufe vor. Jugendliche, die sich für den vorgestellten Beruf oder für andere Berufe interessieren, machen einen Termin mit der Berufsberatung unter der Servicenummer 0800 4555500. Links: www.berufe.tv und www.berufenet.arbeitsagentur.de.

Quelle: NGZ
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