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Neuss
Bauverein vor großen Investitionen

Neuss: Bauverein vor großen Investitionen
Das Bauvorhaben Schillerstraße steht vor dem Abschluss. FOTO: Bauverein
Neuss. Wohnungsunternehmen verdreifacht Aufwendungen für Bau und Unterhalt. Von Christoph Kleinau

Der Neusser Bauverein wird im nächsten Jahr 125, doch viel Zeit für Jubiläumsfeiern wird er nicht haben. Denn er baut und baut und baut. Knapp 70 Millionen will das Unternehmen investieren. Das ist mehr als das Dreifache dessen, was 2014 in Neubau und Bestandspflege gesteckt wurde - und 20 Millionen über der Summe für das laufende Jahr. Tendenz weiter steigend. Bis 2021, wenn der Bauverein das selbst gesteckte Ziel von 1000 neuen und vor allem bezahlbaren Wohnungen mehr als erreicht haben will, werden sich diese Investitionen auf 415 Millionen addiert haben.

"2014 haben wir viele Dinge vorbereitet, um auf den Druck im Wohnungsmarkt zu reagieren", sagte gestern Bauvereins-Vorstand Frank Lubig bei Vorstellung des Jahresergebnisses. 2015 wurden dann die Voraussetzungen geschaffen, damit 2016 zum Beispiel an der Hülchrather Straße, wo alleine 220 Wohnungen und Häuser entstehen, richtig geklotzt werden kann.

Eine Überhitzung scheint dem Unternehmen, das 120 Mitarbeiter beschäftigt, nicht zu drohen. Denn die Zahlen stimmen. 2014 wurde bei einer Bilanzsumme von 406,6 Millionen Euro ein Jahresüberschuss in Höhe von 1,4 Millionen Euro erwirtschaft. Das waren über 100 000 Euro mehr als im Jahr zuvor, berichtet Dirk Reimann als kaufmännischer Leiter. Als Dividende konnten 1,12 Millionen Euro an die Stadt, die 99,81 Prozent der Anteile hält, und die insgesamt 17 Kleinanleger ausgeschüttet werden. 290 000 Euro gingen in Rücklagen. Und erste Eckdaten für 2015 lassen erwarten, dass das Ergebnis noch einmal verbessert werden kann.

Auf eine Zahl, die diese Bilanz nicht ausweist, ist Lubig aber fast noch stolzer: 600 000 Euro. So viel wurde für soziales Engagement und Management aufgewendet. Für ihn steht fest: "Angesichts all der Spannungen - ich sage nur: Flüchtlingsproblematik - müssen wir weiter in die Quartiere und die soziale Infrastruktur investieren."

Die Ausgaben für die Instandhaltung der Bauvereins-Häuser werden sich auf zehn Millionen Euro jährlich einpendeln. Das wären mehr als 17 Euro pro Quadratmeter. Die Mieter danken diesen Aufwand und die verlangte Durchschnittsmiete von 5,15 Euro je Quadratmeter mit großer Anhänglichkeit. Die durchschnittliche Mietdauer liegt bei elf Jahren, der Leerstand bei unter einem Prozent.

2014 wurden Bauvorhaben an Hymgasse, Pskowstraße, in Gnadental und Am Alten Weiher fertig, 2015 werden unter anderem die 51 Wohneinheiten auf dem Finanzamts-Areal an der Schillerstraße übergeben. Kleinigkeiten im Vergleich zu den Vorhaben für 2016, wenn in Weckhoven, im Kamillusgarten und anderswo an über 330 Wohneinheiten gebaut wird.

Quelle: NGZ
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