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Neuss
Bei Nonnen liegt nur Süßes unterm Baum

Neuss: Bei Nonnen liegt nur Süßes unterm Baum
FOTO: Woitsch�tzke, Andreas
Neuss. Im "Immaculata" feiern die Augustinerinnen mit Gästen anderer Orden Weihnachten. Bescherung hatten sie schon. Von Christoph Kleinau

Das Christkind kommt auch ins Kloster, aber Geschenke bringt es nicht. Nur etwas Süßes. Ihre schöne Bescherung haben die Ordensfrauen im Kloster Immaculata der Neusser Augustinerinnen schon am Festtag St. Nikolaus erfahren. Dann legt ihnen der fromme Mann in die Haube, was immer sich die Nonnen gewünscht haben. "Smartphones sind bei uns noch nicht so weit verbreitet", sagt Schwester Praxedis, aber die Generaloberin hat auch das schon auf dem Wunschzettel einer Mitschwester gesehen. Da unterscheiden sich die Ordensfrauen nur wenig von den Jugendlichen - außer dass die heute allzu oft einen Bogen um die Kirche machen. Die Nonnen nicht. Berufsbedingt - und aus tiefster Überzeugung.

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Auch im Kloster sind die Tage vor dem Fest voller Hektik. Doch die Schwestern gönnen sich Ruheinseln im Advent, durchbrechen dafür auch den fest gefügten Rhythmus ihres Tagesablaufes. Stille Samstage gehören dazu, aber auch das Angebot eines Einkehrtages, bei dem die Nonnen in Horrem mit Bischofsvikar Markus Hofmann zusammenkamen. Pastor Jochen Koenig tut als Hausgeistlicher das Seine dazu. Jeden Morgen in den vergangenen Tagen hat er in der Morgenmesse aus der Bibel eine Lesung ausgewählt, in der vom Kommen des Erlösers berichtet wird.

Sein Abbild, die Figur des Christkindes, ruht währenddessen in einem Pappkarton. Sie heute in die Krippe der Klosterkapelle legen zu dürfen, ist angenehme Pflicht der Ordensoberin - und für Pastor Koenig einer der stimmungsvollen Momente in der Christmette. Zu der lädt er schon immer um 16.30 Uhr ein, damit auch die Menschen im Altenheim des Klosters an der Feier teilhaben können. Besuch aus dem Alexianerkloster, wo auch indische Ordensfrauen und Schwestern vom Orden der Elisabethinnen leben, sowie viele Gäste aus der Gemeinde lassen dass Gotteshaus dann fast aus den Fugen geraten. "Wir erwarten 500 Gäste", sagt die Oberin, die jeden mit Handschlag und einem Tannenreiser verabschieden wird.

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Der Tag bis zur Messe verläuft in gewohnten Bahnen, danach aber wird im Refektorium gefeiert. Mit Musik, Gesprächen, Essen. Geschenke auszupacken gibt es ja nicht. Meist geht es früh in die Feder, denn morgens müssen die Nonnen wieder früh raus. "Den ersten Weihnachtstag bleiben wir in der Gemeinschaft zusammen", sagt Praxedis, die zu dieser Gemeinschaft auch die Menschen im Altenheim und Hospiz zählt. Am zweiten Feiertag aber schwärmt aus dem Kloster aus, wer Freunde und Verwandte besuchen will. Auch darin unterscheiden sich die Nonnen in nichts von den Menschen in ihrer Umgebung. Die Oberin zieht es dann nach Düren, dort wuchs sie auf.

Nach den Weihnachtstagen voller "Rummel" kehrt im Kloster nicht sofort wieder der Alltag ein. Die Verwaltung, die weltlichen Arbeiten, ruhen, und in dieser Pause bietet Pastor Koenig erstmals "stille Tage im Kloster" an. Mit denen ist es aber Silvester vorbei. Dann wird im Refektorium ordentlich gefeiert, mit Punsch und allem Drum und Dran. Und zum Jahreswechsel trifft sich die Gemeinschaft der Nonnen dann auf der Dachterrasse des Klosters. Das Feuerwerk über St. Quirin zu bestaunen - das ist für alle ein "Muss."

Quelle: NGZ
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