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Neuss
Berufskolleg lädt Flüchtlinge ein

Neuss. Schüler nehmen mit Projekt am Wettbewerb des Bundespräsidenten teil. Von Jascha Huschauer

Das Berufskolleg Weingartstraße will am Schulwettbewerb des Bundespräsidenten teilnehmen. Eingereicht werden soll eine Aktion der Klasse BHS14D. Sie hat im Politikunterricht ein Pilotprojekt unter dem Titel "Flüchten, Ankommen und Kennenlernen" entwickelt. Schon im Dezember wurden - zusammen mit zwei weiteren Klassen - Geld- und Sachspenden für Flüchtlinge gesammelt. Gestern richtete die Klasse ein Fußballturnier aus. Dazu luden die Schüler acht der 28 in Neuss lebenden unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge ein. Anschließend konnten sich Flüchtlinge und Klasse bei einem gemeinsamen Frühstück näher kennenlernen.

"Das war ein tolles Erlebnis", sagt Sherwin Yazdi. Der 18 Jahre alte Schüler am Berufskolleg staunte nicht schlecht über die Jugendlichen - allesamt jünger als er -, die ohne Familie nach Deutschland geflüchtet sind: "Das sind im Vergleich zu uns junge Erwachsene. Die sind viel reifer. Aber alle sind anständig und sympathisch." Die Idee des Fußballturniers sei voll aufgegangen: "Beim Fußball muss man sich nicht mit Worten verstehen", erklärt Yazdi. Er könne sich ein weiteres Treffen außerhalb der Schule gut vorstellen. "Dann zeige ich den Jungs mal unsere Stadt."

Das würde Ehsan Bashiri sicher sehr freuen. Der 16-Jährige ist aus Afghanistan über Iran, Türkei und Balkan-Route geflüchtet. "Es war sehr schön hier. Es waren alle sehr nett zu mir, und ich konnte schon sehen, wie eine Schule aussieht", sagt er. Einige Sätze Deutsch kann er schon sprechen. Besser geht es in Englisch. Bald will auch er eine Schule besuchen. Und danach? "Ich möchte Arzt werden", sagt Bashiri. Bei seinen ersten Schritten helfen ihm Michael Karrenberg (47) und Ahmed Sukhni (25) vom Jugendhilfeanbieter Mikas. Beide betreuen die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge in Neuss. Das Projekt der Schüler hat ihnen äußerst gut gefallen.

Nun heißt es Daumen drücken für den Schulwettbewerb des Bundespräsidenten. Der steht in diesem Jahr unter dem Titel "Alle für eine Welt für Alle". Schulen können ihre Projekte noch bis zum 1. März einreichen.

Quelle: NGZ
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