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Neuss
Bewaffneter Räuber überfällt Volksbank-Filiale in Norf

Neuss: Banküberfall in Norf
Neuss: Banküberfall in Norf FOTO: Berns, Lothar
Neuss. Mit einer Pistole bedrohte der etwa 45 bis 55 Jahre alte Mann die Angestellten an der Uedesheimer Straße. Von Susanne Genath und Andreas Gruhn

Rot-weißes Flatterband sperrt den Eingang zur Volksbank-Filiale in Norf ab. Über dem Neusser Ortsteil kreist ein Hubschrauber. Polizisten mit einem Spürhund suchen die Nebenstraßen von Uedesheimer Straße und Wisselter Weg ab. Gestern Nachmittag hat ein etwa 45 bis 55 Jahre alter Mann die Norfer Filiale der Volksbank überfallen. Er entkam nach Auskunft der Bank mit einem "niedrigen vierstelligen Betrag", also mehreren tausend Euro. Verletzt wurde niemand.

Laut Polizei war der maskierte Mann gegen 16 Uhr zu einem Schalter gekommen. Dort zog er wortlos eine Pistole und richtete sie auf eine Bankangestellte. "Zum Glück haben unsere Mitarbeiter sehr besonnen reagiert und ganz ruhig das Geld herausgegeben", sagt Volksbank-Sprecher Christian Feldbinder. Drei Angestellte hätten sich zu dem Zeitpunkt in der Filiale befunden. Die Geschäftsstelle bleibt heute noch geschlossen.

Es ist mittlerweile der dritte Angriff auf ein Neusser Kreditinstitut innerhalb weniger Tage. Zuvor hatten Unbekannte zwei Geldautomaten der Sparkasse gesprengt. Die Polizei fährt deshalb nach eigenen Angaben verstärkt Streife vor Bankfilialen und -automaten. Den Überfall in Norf konnte dies allerdings nicht verhindern. Die Volksbank reagierte überrascht auf den Überfall. "Es lohnt sich nicht, eine Filiale zu überfallen", sagt Sprecher Feldbinder. "Da kann man nie viel erbeuten."

Die Polizei geht denn auch davon aus, dass es sich in Norf um einen Einzeltäter handelt. Er soll etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß und korpulent sein. Zur Tat trug er eine dunkle Jacke und dunkle Hose, ein weißes Hemd, eine schwarze Sturmhaube und schwarze Handschuhe. Erste Altersangaben, dass er um die 70 sei, korrigierte die Polizei nach Auswertung des Überwachungsvideos nach unten. Die Beute transportierte der Täter in einer weißen Plastiktüte ohne Aufdruck ab.

Das zweitgrößte Kreditinstitut in Neuss - es unterhält hier sechs Filialen - hatte bereits die jüngsten Angriffe auf die Sparkasse aufmerksam verfolgt. Am frühen Samstagmorgen war ein Geldautomat auf der Neusser Weyhe mit Gas zur Explosion gebracht und dadurch das angrenzende Gebäude schwer beschädigt worden. Eine Woche zuvor hatten vier Männer gegen 4.30 Uhr ein Geldautomatenhäuschen auf dem Gelände einer Shell-Tankstelle an der Düsseldorfer Straße in die Luft gesprengt.

Die Sparkasse betreibt im Rhein-Kreis Neuss an 43 Standorten Filialen und Geschäftsstellen. Die meisten davon befinden sich in Wohngebäuden. "Die Sicherheit ist das Wichtigste", sagte Sparkassen-Sprecher Stephan Meiser. "Wir sind in eingehender Prüfung, ob wir besondere Sicherheitsmaßnahmen über die üblichen Vorkehrungen hinaus treffen müssen. Bisher haben wir dafür aber noch keine Anhaltspunkte."

Im Fall des gesprengten Geldautomaten auf der Neusser Weyhe war die Sicherheitstechnik des Geräts so weit entwickelt, dass die Täter trotz großen Schadens nicht an die Beute kamen. "Das ist die beste Prävention", sagt Meiser.

Die Polizei bittet Nachbarn von Kreditinstituten, aufmerksam zu sein. "Wer etwas Merkwürdiges um eine Bankfiliale herum bemerkt, sollte sich bei uns melden", sagt Sprecherin Daniela Dässel.

Quelle: NGZ
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