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Neuss
Bewegungsparcours für gehörlose Sportler

Neuss. Das Leichtathletikzentrum auf der Ludwig-Wolker-Anlage ist mit der neuen Anlage jetzt komplett. Von Sophie Rhine

Nach rund drei Jahren Planungs- und Bauzeit gibt es im Leichtathletikzentrum Ludwig-Wolker jetzt neue Trainingsmöglichkeiten. Angepasst an die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Höreinschränkung wurde der in Deutschland einzigartige Bewegungsparcours eröffnet.

"Wir wollen nicht nur von Inklusion reden, sondern diese auch durchführen", sagt Guido Kluth, 1. Vorsitzender der DJK Rheinkraft Neuss und Trainer der Gehörlosen-Nationalmannschaft. Zahlreiche Sponsoren und Unterstützer, darunter auch Sven Schümann, Stellvertreter des Bürgermeisters, Matthias Welpmann, Sportdezernent der Stadt Neuss, und Thomas Schütz vom Neusser Sportamt, ließen sich der Reihe nach alle zwölf Stationen erklären. "Gehörlose Menschen haben oft Gleichgewichtsstörungen", erklärte Kluth: "Die Stationen zielen darauf ab, das vestibulare, sensomotorische und koordinative System zu fördern."

Mit Felicitas Merker, Alessia Melchiorré und Leo Fauser zeigten drei gehörlose Leichtathleten, die in ihren Altersklassen jeweils sehr erfolgreich sind, in verschiedenen Trainingsstadien die Schwierigkeiten und Eigenarten der Übungen. Egal ob auf der Rückenmuskelbank, auf einer Wackelscheibe oder beim Durchlaufen der "Gitterspinne" - es wurde schnell klar, dass die Übungen auch für Menschen ohne körperliche Einschränkungen Herausforderungen darstellen. "Es ist eine sehr schöne Möglichkeit, seinen Gleichgewichtssinn zu trainieren", bestätigt Felicitas Merker, die bei den Europameisterschaften im Siebenkampf den siebten Platz erreichte. "Man muss sich sehr konzentrieren und ich bin überzeugt davon, dass man dadurch große Fortschritte machen und seine Leistung steigern kann. Zudem machen die Übungen auch einfach Spaß."

Neben dem Bewegungsparcours stellt die optische Startanlage eine weitere Neuerung dar, auch sie ist in Deutschland einmalig. Da sie bei internationalen Wettkämpfen eingesetzt wird, "ist es für die Athleten extrem hilfreich, damit auch trainieren zu können", findet Kluth. Neben zwei Boxen zur Lautstärkemaximierung sehen die Athleten auf einem kleinen Display zwischen ihren Händen ein Licht, sobald der Startschuss erfolgt.

Quelle: NGZ
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