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Neuss
Bier und Würstchen zum Priesterjubiläum

Neuss. Zum 25. Jahrestag seiner Priesterweihe lädt der Kreisdechant morgen zu Festhochamt und Begegnungsfest am Quirinusmünster ein. Von Christoph Kleinau

Justin mag derzeit ein Modename sein, Oberpfarrer Guido Assmann aber hat zu ihm schon seit Jahren eine besondere Beziehung. Denn am Namenstag des Heiligen, dem 1. Juni, empfing der heutige Kreisdechant und Oberpfarrer an St. Quirin die Priesterweihe. Zum 25. Jahrestag stattete er mit Kommilitonen seines Weihejahrganges nun dem Grab des Märtyrers in Rom einen Besuch ab und startete so in eine ebenso anstrengende wie emotionale Woche, an deren Ende morgen das Begegnungsfest steht, zu dem der Silberjubilar ab 13 Uhr auf den Münsterplatz einlädt. Bier und Bratwurst zum Jubiläum.

Assmann wurde vor 50 Jahren in Radevormwald geboren und wuchs in einer Diaspora-Gemeinde auf. "Zwei Kilometer zur Kirche, immer bergauf - und meistens bei Regen", beschreibt er diese Zeit. Aber er erinnert sich auch daran, wie er in dieser evangelisch geprägten Umgebung die Vielfalt katholischen Lebens kennenlernte. "Eine andere Zeit", sagt er. Eine, in der Kirche nicht verschwiegen wurde.

"Heute reden die Kinder in der Schule nicht mehr darüber, welcher Religion sie angehören", sagt er. Aber er nimmt dankbar wahr, dass kaum eine der 16 Schulen in seinem Seelsorgebezirk Neuss-Mitte ein Schuljahr beginnt oder beendet, ohne nach einem Gottesdienst zu fragen. Noch könne er mit seinen Mitbrüdern die Wünsche erfüllen.

In Assmanns Jugend, geprägt auch durch Messdienerdienst, Jugendarbeit oder Küstervertretung, war Kirche kein eigener Kosmos. Lutherische, reformierte und freie evangelische Gemeinden waren genauso präsent. So habe er Ökumene früh und gut kennengelernt, sagt Assmann. Sie prägt auch heute sein Verständnis von der Arbeit des Ortspfarrers in Neuss wesentlich.

Assmann wurde von Joachim Kardinal Meisner zum Priester geweiht und hat zum langjährigen Kölner Erzbischof noch immer eine besondere Beziehung. Eine Aufbruchstimmung in der Kirche, die sich an Papst Franziskus oder Kölns neuem Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki festmacht, nimmt er wahr. "Das tut uns auch vor Ort gut, ohne dass wir dafür etwas tun müssten", sagt er. Aber ihn macht nachdenklich, wenn der Jubel zu laut wird. "Damit tut man auch den Amtsvorgängern unrecht", sagt er. Franziskus und der emeritierte Papst Benedikt XVI., von dem er Anfang der Woche in Rom empfangen worden war, seien zwar anders geprägt und hätten einen anderen Blick auf Kirche und Welt. Inhaltlich aber lägen keine Welten zwischen beiden.

Seinen Blick auf die Kirche hat das Bergische Land geprägt - und sein ehemaliger Jugendpfarrer Paul Woelki, der dem damals 15-Jährigen ansah, dass der die Idee im Kopf hin- und her wälzte, Priester zu werden. Er war eingeweiht, noch bevor Assmann seinen Eltern seinen Entschluss darlegte. Der heut 82-Jährige gehört zu den wenigen, die für die morgige Festmesse förmlich eingeladen wurden, und er hat zugesagt. Aber genauso willkommen sind Assmann alle anderen Neusser, in deren Mitte er seit 2007 gerne lebt.

Quelle: NGZ
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