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Neuss
Bilder aus vielen bunten Pommesgabeln

Neuss. Der Künstler Matthias Schamp stellt ab morgen in der Galerie "amschatzhaus" aus.

Wer kommt auf so eine Idee? Bilder aus Pommesgabeln zu produzieren, kleine Plastikdreizacke in allen Farben anzuordnen, übereinander, kreuz und quer, Hunderte, Tausende. Richtig, das kann nur Matthias Schamp sein, der Meister der "schlechten Verstecke", einer Reihe im Frankfurter Satire-Magazin Titanic. Matthias Schamp, der Erfinder der "Buhrufe" in Tüten, die er vor drei Jahren erstmalig in der Galerie "amschatzhaus" vorführte.

Jetzt, nachdem er soeben im Duisburger Lehmbruck-Museum und im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl seinen "Mythosgrill" aufgestellt hat (eine Pommesbude mit philosophischem Tiefgang), macht er ein zweites Mal im "amschatzhaus" in Holzheim Station. "Mythogrill" ist ein Aktionsprogramm, das mit Fisch-Stäbchen-Bring-Service, Frikandel-Staffellauf, Fritteusenfarbkreis oder Grundfarbenfrittieren aufwartet. Auch die "Pommesgabelbilder" sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Mythos-Grill-Sinnzusammenhangs.

Diese Wanddekorationselemente aus zusammengeklebten Pommesgabeln sind geradezu der Inbegriff sogenannter Junk Art, Kunst aus "armen" Materialien. Das, was andere nach Gebrauch sofort wegwerfen, wird zum Stoff und Gegenstand von Kunst. Jede Pommesgabel repräsentiert einen Pinselstrich. Es handelt sich also um die gezielte Darstellung von Malerei, die daher logischerweise nicht selber Malerei sein kann. Ein mimetischer Sonderfall: Wie ihr gemaltes Pendant hat die Pommesgabel sogar etwas eindeutig Gerichtetes. Die Spitze des Griffes entspricht dem Aufsetzpunkt des Pinsels. Bei den Zinken läuft dessen Strichsetzung schwungvoll aus. Es ist, so Matthias Schamp selbst, "Malerei ohne Malerei mit den Mitteln der Pommesgabel, virtuos und wild".

Matthias Schamp, Künstler und Autor, wurde 1964 in Krefeld geboren. Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Bochum, wo er heute noch lebt, stellte er weltweit in Galerien und Museen aus und zeigte seine Aktionen und Performances. Als Autor veröffentlichte er mehrere Prosa- und Lyrikbände, der WDR produzierte zwei Hörspiele.

Info Hauptstraße 18. Eröffnung morgen, 16.30 Uhr

Quelle: NGZ
 
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