| 21.03 Uhr

Neusser Hafen
Löscharbeiten werden die ganze Nacht dauern

Brand in Neuss
Neuss. Die Feuerwehr musste wegen eines Großbrandes in der Papierfabrik "FS-Karton" im Neusser Hafen zum Großeinsatz ausrücken. Über dem Gelände an der Düsseldorfer Straße stieg eine schwarze Rauchwolke auf. Anwohner sollten Fenster und Türen weiter geschlossen halten.

Das am Freitagnachmittag gemeldete Feuer ist neuen Erkenntnissen nach doch nicht von einem Gabelstapler ausgegangen: Allerdings hätten Arbeiter versucht, mit einem Gabelstapler einen bereits brennenden Papierballen aus dem Lager zu ziehen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr unserer Redaktion. Dabei hat sich offenbar das Feuer ausgebreitet. Auf einer Fläche von rund 50 mal 100 Meter standen Papierballen in Flammen. Es wurden Einsatzkräfte aus dem gesamten Rhein-Kreis Neuss sowie aus Düsseldorf und Krefeld zusammengezogen. 

Am Abend glomm es noch im Inneren der Papierballen. Dadurch kam es zu starker Rauchentwicklung. "Die Feuerwehrleute stehen knietief im Wasser, um das Feuer zu löschen", sagte ein Sprecher. Der Rauch sei zwar nicht gesundheitsgefährdend, "aber unangenehm". Die gepressten Papierballen im Außenlager des Unternehmens brennen an mehreren Stellen noch immer. Die Feuerwehr wollte am Abend das brennende Material auseinander ziehen, um die Brandnester gezielt bekämpfen zu können. Dabei, so die Warnung, konnten erneut größere Rauchwolken aufsteigen. Das Feuer sei dennoch unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten mit einem Großaufgebot an Rettungskräften wird noch die ganze Nacht durch und unter Umständen auch morgen noch andauern. Bei einem ähnlichen Brand vor acht Jahren sei das Feuer erst nach drei Tagen erloschen.

Feuer in Papierfabrik in Neuss FOTO: Daniel Bothe

150 Rettungskräfte im Einsatz

Bei einem ähnlichen Brand vor sieben Jahren sei das Feuer erst nach drei Tage erloschen. Insgesamt sind derzeit rund 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW und Polizei vor Ort. Die Leitstelle forderte aus dem gesamten Rhein-Kreis Neuss und Düsseldorf Verstärkung an. "Es ist im Grunde alles ausgerückt, was Wasser führen kann", sagte ein Feuerwehr-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Zum Teil wird über ein spezielles Schlauchsystem Wasser aus dem Rhein für den Löscheinsatz genutzt.

Daher ist die Düsseldorfer Straße ab Heerdter Straße bis Blücherstraße gesperrt worden. Auch ein Teil der Büdericher Straße wurde gesperrt. Es gab zwischenzeitlich einen leichtverletzten Feuerwehrmann, der aber nach kurzer Behandlung weiter im Einsatz bleiben konnte.

Schwarze Rauchwolke über Barbaraviertel

Bei dem Einsatz handelt es sich um einen Großbrand mit starker Rauchentwicklung. Gegen 14.45 Uhr stieg eine dichte schwarze Rauchwolke über dem Gelände der Papierfabrik auf. Über die Notfall-App Nina hat die Feuerwehr vorsorglich vor möglichen Gesundheitsrisiken gewarnt und die Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Feuerwehr rät zudem dazu, Nachbarn zu warnen und sich über alle möglichen Medien zu informieren. Lüftungs- und Klimaanlagen sollen abgeschaltet werden.

In der Papierfabrik hatte es bereits mehrfach Feuerwehreinsätze gegeben – den größten im Sommer 2010. Damals war es auf dem Gelände zu einem Großbrand im Altpapierlager gekommen. Die Löscharbeiten dauerten seinerzeit mehrere Tage an, 32 Helfer wurden verletzt und mussten medizinisch versorgt werden. Die Flugasche verbreitete sich damals bis Viersen und Duisburg. Der Einsatz 2010 war für die Feuerwehr Neuss der größte seit 25 Jahren.

2012 hatte sich Papier in einer Maschine entzündet, die Feuerwehr hatte den Brand jedoch rasch im Griff. Elf Menschen erlitten damals leichte Rauchvergiftungen. Im Juni 2017 gab es ein Feuer auf einem Förderband in einer Produktionshalle. Die Feuerwehr musste damals rund 15 Kubikmeter Brandgut aus der Produktionsanlage entfernen und ablöschen.

(abu/jasi/felt/lsa/dpa)