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Neuss
Erstes Opfer nach Familienstreit aus Krankenhaus entlassen

Was die Polizei zum Familienstreit in Neuss sagt
Neuss. Nach der Familienauseinandersetzung vom Montagabend in Neuss durfte das erste Opfer das Krankenhaus wieder verlassen. Ein zweiter Mann wird weiter stationär behandelt. Anders als bislang bekannt sind beide nicht blutsverwandt.  Von Oliver Janßen

Nach dem eskalierten Familienstreit am vergangenen Sonntagabend gibt es Neuigkeiten zum Gesundheitszustand der beiden Opfer (23 und 58 Jahre). Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, hat der Jüngere das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen. Der 58-Jährige wird aber zunächst weiterhin stationär behandelt. Das Duo war am Sonntagabend von einem Auto angefahren und dabei schwer verletzt worden. In Lebensgefahr schwebten die beiden jedoch nicht.

23-Jähriger nennt das zweite Opfer "Papa"

Zwar war in den ersten Meldungen die Rede davon, dass es sich bei den zwei Schwerverletzten um Vater und Sohn handele, wie Polizeisprecherin Diane Drawe nun auf Nachfrage erklärte, habe sich nun herausgestellt, dass die Opfer nicht blutsverwandt sind – auch, wenn der 23-Jährige den 58-Jährigen "Papa" nenne.

Familienstreit: Vater und Sohn in Neuss schwer verletzt FOTO: Patrick Schüller

Kernpunkt der laufenden Ermittlungen sind die Fragen: Wer saß am Steuer? Und wurden die beiden Personen bewusst angefahren oder geschah dies im Rahmen einer möglichen Flucht? Noch am Sonntagabend wurde eine Mordkommission eingerichtet. Es besteht der Verdacht, dass es sich bei der Tat um das Resultat eines bereits seit längerer Zeit schwelenden Konfliktes innerhalb einer Großfamilie handelt.

Es sei aktuell davon auszugehen, dass sich alle Beteiligten kennen und "zu großen Teilen miteinander verwandt sind". Die Polizei gab an, dass die befragten Beteiligten des Familienstreits am Sonntag in den Vernehmungen angaben, "Zigeuner" zu sein.

Anwohner bekamen vom Vorfall wenig mit

Ein versuchtes Tötungsdelikt kann immer noch nicht ausgeschlossen werden. Zwar konnte die Polizei den Fluchtwagen – einen Mercedes – kurz nach 23 Uhr in Düsseldorf an der Friedrich-Ebert-Straße anhalten. Die beiden Insassinnen, die zunächst festgenommen wurden, mussten wenig später aber wieder freigelassen werden. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass keiner der beiden zum Tatzeitpunkt am Steuer saß. Dass der Fahrer zwischen Tat und Polizeikontrolle in Düsseldorf getauscht wurde, bezeichnet die Polizei  als "wahrscheinlich".

Von der Tat haben die von unserer Redaktion befragten Anwohner nur Bruchstücke mitbekommen. Eine Dame, die namentlich nicht genannt werden möchte, vermag eine Art Schrei gehört zu haben. Ein Nachbar saß gerade vor dem Fernsehen, als er das große Polizeiaufkommen unweit seiner Haustür bemerkte.

Quelle: NGZ