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Trinkwasserleitung geplatzt
Wasserrohrbuch in Neuss – Einsatz dauert noch an

Feuerwehr kämpft gegen Wasserrohrbruch in Neuss
Feuerwehr kämpft gegen Wasserrohrbruch in Neuss FOTO: Woitsch�tzke, Andreas
Neuss. Nach dem Wasserrohrbruch in der Neusser Innenstadt mussten am Freitagabend viele Haushalte für einige Zeit auf Wasser verzichten. Unter der Kaiser-Friedrich-Straße war die größte Trinkwasserleitung der Stadt geplatzt. Folge: Druckabfall im gesamten Netz. Auch am Samstag ist die Feuerwehr noch im Einsatz.  Von Christoph Kleinau

Schreck in der Abendstunde: Kurz nach 19 Uhr platzte im Bereich Kaiser-Friedrich-Straße/Deutsche Straße die mit 60 Zentimetern Durchmesser größte Trinkwasserleitung im Stadtgebiet. Folge waren vor Ort eine große Überschwemmung mit, wie Betroffene berichten, etlichen voll gelaufenen Kellern und Straßen, auf denen das Wasser kniehoch stand - sowie ein Druckabfall im gesamten Netz der Stadtwerke.

Der betraf auch die Löschwasserversorgung der Feuerwehr, betonte Einsatzleiter Joachim Elblinger, der restlos alle Löschzüge im Stadtgebiet alarmieren ließ und einige Einheiten mit zusätzlichen Tanklöschfahrzeug in Bereitschaft hielt. Insgesamt wurden 100 Mann mobilisiert.

Die richteten sich auf Einsätze auch während der Nacht ein. "Viele Neusser kommen vielleicht erst spät nach Hause und wissen noch gar nicht, dass ihr Keller unter Wasser steht", sagte Feuerwehrsprecher Florian Korthauer, der von weiteren Wasserrohrbrüchen an sechs verschiedenen Straßen im Stadtgebiet sprach. Vermutete Ursache: Die Druckunterschiede im Netz nach der großen Leckage.

Die Stadtwerke setzten in dieser Lage jeden verfügbaren Mitarbeiter aus der technischen Abteilung ein und erreichten, dass der Neusser Süden rasch wieder am Netz war. In den schwerer betroffenen nördlichen Stadtteilen, die vom Wasserwerk Broichhof aus versorgt werden, entspannte sich die Situation erst gegen 20.15 Uhr wieder. "Wir verzeichnen wieder einen steigenden Wasserdruck, der bald den Normalstand erreicht haben dürfte", erklärte Stadtwerke-Pressesprecher Jürgen Scheer am Abend. Die Arbeiten an dem Leck waren da aber noch längst nicht abgeschlossen. Man versuche, so Scheer, die dazu notwendigen Absperrungen auf wenige hundert Meter zu beschränken.

Während die Polizei die überfluteten Straßen weiträumig absperrte, liefen bei der Störstelle der Stadtwerke die Telefone heiß. Zeitweise war dort kein Durchkommen mehr.

Dass sich die Lage schnell entspannte, hing einerseits mit der Nähe des Nordkanals zusammen, der - wie der gestiegene Pegel zeigte - viel von dem ausströmenden Wasser im Bereich Kaiser-Friedrich-Straße "schluckte". Aus Sicht der Stadtwerkekunden kam hinzu, dass es gelang, die beiden Versorgungsbereiche im Wassernetz der Stadtwerke rasch voneinander zu trennen. Südlich der Linie Kaiser-Friedrich-Straße, wo die Haushalte mit Wasser aus dem Uedesheimer Wasserwerk Rheinbogen versorgt werden, erreichten die Stadtwerke so schnell wieder einen normalen Druck auf den Leitungen.

Auch im Straßenverkehr normalisierte sich die Lage rasch. Bis auf eine Motorradstreife hatte die Polizei um 20.45 Uhr alle Sperrmaßnahmen wieder aufgehoben. Für die Feuerwehr war der Einsatz am Abend jedoch noch nicht beendet. Auch am Samstagmorgen waren die Wehrleute noch im Einsatz. 

 

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