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Neuss
Bleibt "Alexius" dauerhaft Flüchtlingsunterkunft?

Neuss. Bürgermeister Breuer ringt mit dem Land um tragfähige Lösung. Er nennt Verhandlungsposition der Stadt vorteilhaft. Von Christoph Kleinau

Was passiert, wenn das Land die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) im ehemaligen Alexius-Krankenhaus schließt? Diese Frage will Bürgermeister Reiner Breuer jetzt mit den Verantwortlichen der Bezirksregierung Arnsberg klären. Ziel soll sein, die Situation möglichst so stabil zu halten, dass ein sanfter Übergang gelingt. Denn eigentlich müsste die Stadt in diesem Fall innerhalb von fünf Monaten 1000 Flüchtlinge, die ihr dann dauerhaft zugewiesen würden, unterbringen.

Vereinbart wurde, dass die ZUE mit derzeit 2000 Plätzen so lange betrieben wird, bis der Neubau an der Stresemannallee bezugsfertig ist. Dort sollen "nur" 1000 Flüchtlinge untergebracht werden, so dass die Stadt ins Minus geraten würde. Eine Option könnte sein, das Alexius mit halbierter Belegung vorerst weiterzuführen. Breuer hält aber auch für denkbar, dass die Bezirksregierung und damit das Land an der ZUE im "Alexius", das der Bauverein als städtisches Tochterunternehmen gerade erst gekauft hat, generell festhalten will. In dieser für die Stadt vorteilhaften Konstellation müsse man Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen, sagt Breuer.

Dass das Land die alte ZUE zum Jahresende schließt und damit die Stadt unmittelbar in Zugzwang bringt, glaubt Stefan Hahn nicht. "Wir haben einen gut beim Land", sagt der langjährige Sozialdezernent. "Als sich alle weggedreht haben, haben wir Hilfe angeboten."

Im Moment hat sich die Unterbringungssituation weiter entschärft. Nach einem Datenabgleich stellte sich heraus, dass durch die Familienzusammenführung aktuell mehr Flüchtlinge in Neuss leben, als die Statistik der Bezirksregierung Arnsberg ausweist. 283 Personen im Plus bedeuten, dass erst einmal nicht mit Zuweisungen zu rechnen ist. Die Stadt ist dazu übergegangen, Flüchtlinge aus Sammelunterkünften in Wohnungen umzuquartieren. Wer mit Bleiberecht nach Neuss kommt, so Hahn, soll gar nicht erst in eine Notunterkunft müssen.

Quelle: NGZ
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