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Neuss
Bonfiglioli dreht Windräder

Neuss: Bonfiglioli dreht Windräder
Bei Bonfiglioli in Neuss werden Getriebe für Windräder und Baumaschinen aus dem italienischen Werk für die Kunden aufbereitet. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Die Neusser Niederlassung des international tätigen italienischen Konzerns liefert Getriebe für Windkraftanlagen und Baumaschinen. Von Andreas Gruhn

Wenn sich irgendwo in Deutschland ein Windrad dreht, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass darin Technik aus Neuss steckt. Der italienische Getriebe-Spezialist Bonfiglioli hat seit sieben Jahren im Taubental seinen Deutschland-Sitz und steuert von dort aus den Vertrieb von Getrieben, die in Windrädern und Baumaschinen zum Einsatz kommen. "Wir liefern für praktisch alles, was sich dreht und bewegt, die Getriebe", sagt Jürgen Weber, Geschäftsführer der Wind- und Baumaschinensparte des italienischen Familienkonzerns in Deutschland.

Die Technik der Neusser sorgt zum Beispiel dafür, dass die Rotoren so gedreht werden, dass sie die Windkraft optimal einfangen und im Generator daraus elektrische Energie erzeugt wird. Bonfiglioli liefert die dazu notwendigen Getriebe für kleinere Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von einem Megawatt bis hin zu gigantischen Zehn-Megawatt-Anlagen im Offshore-Bereich. Die Teile werden im italienischen Bologna gefertigt, nach Neuss geliefert und hier für den Vertrieb, also die Lieferung zum Kunden, aufbereitet. An diesen Getrieben wird in Neuss abgesehen von kleineren Nacharbeiten und Prüfungen kaum mehr etwas verändert, anders als bei den Bauteilen für Baumaschinen.

Jürgen Weber, Geschäftsführer der Wind- und Baumaschinensparte der Bonfiglioli Deutschland GmbH, in der Montage mit Lackierung. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)

In diesem Unternehmens-Bereich werden die Getriebe nach Kundenwünschen aus einzelnen Teilen zusammengebaut, montiert, und auf Wunsch auch lackiert. "Auf diese Weise sind mehrere tausend Produkte möglich", sagt Jürgen Weber. Allein damit sind in Neuss etwa 60 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt arbeiten am Standort 100 Mitarbeiter. Im Krefelder Werk, wo die Umrichter-Technik entwickelt und gefertigt wird, arbeiten mehr als 500 Mitarbeiter. Insgesamt beschäftigt die Gruppe weltweit 35.000 Mitarbeiter und wird in diesem Jahr ihren Umsatz auf rund 700 Millionen Euro steigern, sagt Weber. Dazu trägt der Standort Neuss rund 75 Millionen Euro bei. "Wir sind gut unterwegs, die Auftragsbücher sind gut gefüllt", sagt Weber. Dazu trägt auch bei, dass Windenergie in den vergangenen Jahren einen enormen Schub erfahren hat und sich die Technik permanent weiterentwickelt. Für größere Anlagen werden wiederum größere Getriebe benötigt, um die mitunter 80 Meter langen Rotorblätter auszurichten. "Forschung und Entwicklung ist für uns ganz wichtig", sagt Weber.

Allerdings endet mit dem Verkauf und der Lieferung eines Getriebes nicht die Geschäftsbeziehung zum Kunden. Die Neusser sind auch für anschließenden Service und Reparaturen zuständig. Dafür beschäftigt Bonfiglioli in Neuss eine Reihe Mechatroniker, die speziell für den Einsatz an Windkraftanlagen geschult sind. "Dazu gehört auch ein Unterwasser-Training, falls im Einsatz auf hoher See ein Notfall eintritt", sagt Betriebsleiter Frank Weber. "Wenn es Probleme im Feld gibt, sind wir draußen beim Kunden."

In der Werkstatt werden Bauteile für den Kunden repariert. Die Mechatroniker sind speziell für den Einsatz an Windrädern geschult. FOTO: Woitschützke, Andreas (woi)

Trotzdem schätzt Bofiglioli den Standort Neuss: "Der Rhein-Kreis Neuss ist ein sehr interessanter Wirtschaftsraum, hier können wir gute Leute rekrutieren, viele Ballungsräume sind in der Nähe. Es gibt wenige Zentren in Deutschland, die das bieten, was der Rhein-Kreis kann", sagt Jürgen Weber.

Quelle: NGZ
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