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Neuss
"Bonusmaterial" zum Kinderbauernhof

Neuss. In der Reihe "Neusser Natur" eröffnete Frank Lammerz einen neuen Blick auf einen bekannten Hof. Von Christoph Kleinau

Zum Glück hatte Frank Lammerz etwas "Bonusmaterial" in petto, als er gestern im Rahmen der Reihe "Neusser Natur" einer Gruppe den Kinderbauernhof in Selikum erklären wollte. Eine Einrichtung, die seit 36 Jahren besteht und die - wie eine Abfrage zum Start zeigte - inzwischen wirklich fast jeder Neusser besucht und erkundet hat. So musste der 52-Jährige vom Amt für Umwelt und Stadtgrün etwas sehr Vertrautes aus einem neuen Blickwinkel präsentieren - aber genau das will die Reihe der Thementouren von Neuss-Marketing ja auch.

Einen "Joker" spielte Lammerz gleich am Anfang aus, als er mit Ingrid Schäfer die Vorsitzende des 300 Mitglieder zählenden "Fördervereins Kinderbauernhof" zu Wort kommen ließ. Der wirkt seit 2003 segensreich in der Einrichtung, ohne dass das den Besuchern, die den Hof täglich und kostenfrei besuchen können, richtig bewusst wird. Ihr Bericht von einem Ehrenamtler, der in tagelanger Arbeit den Traktor des Hofes wieder flott gemacht hat, hatte daher echten Neuigkeitswert. Genau wie die Schilderung der Lobby-Arbeit des Vereins für eine Einrichtung, die unter ganz anderen Vorzeichen betrieben wird als bei ihrer Gründung gedacht. "Früher ging es um Landluft für Stadtkinder", sagte Schäfer, heute sei der Hof Zentrum eines pädagogischen Angebotes, das Kindern das Wirtschaften auf einem Bauernhof vermittelt.

Den zweiten "Joker" zog Lammerz beim anschließenden Spaziergang aus der Hosentasche: Einen Schlüsselbund, der Zugang zu den Einrichtungen ermöglicht, die im Tagsbetrieb verschlossen sind. So stakste die Gruppe über eine nasse Weide und mitten durch die Ziegenherde des Bauernhofes hindurch zum Wasserlabor, das mit finanzieller Hilfe einer Stiftung und Unterstützung des Kolping-Bildungswerkes als "Lernort Natur" auf dem Gelände eingerichtet werden konnte. "Wir träumen noch von einem Steg, der Beobachtungen am Flutgraben möglich macht",sagte Lammerz.

Beim Rundgang vermittelte Lammerz die Geschichte des Hofes in Selikum, der 1912 von der Stadt gekauft und bis in die 1970er Jahre von Pächtern bewirtschaftet worden war. Und er erklärte, warum man sich bei der Viehhaltung allmählich auf alte Rassen wie das Wollschwein umorientiert. Diese Schweine werden auf dem Kinderbauernhof älter als in jedem Mastbetrieb, landen am Ende aber doch beim Schlachter. Ein Schicksal, das den Rindern und Pferden erspart wird.

Nachdem der Wirtschaftsgarten oder aber die Thüringer Waldziegen in ihrem Gehege besucht worden waren, zog Lammerz den letzten Joker - als er zum Erntedankfest einlud. Das hatte Förderverein des Hofes für gestern vorbereitet.

Quelle: NGZ
 
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