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Neuss
Brettspielfans teilen ihre Leidenschaft

Neuss: Brettspielfans teilen ihre Leidenschaft
Thorsten Schmink (l.) hat die Facebook-Gruppe "Brettspiele(n) in Neuss" gegründet. FOTO: Daniel Elke
Neuss. An jedem dritten Freitag im Monat treffen sich die Mitglieder der Facebook-Gruppe "Brettspiele(n) in Neuss" in Haus Derikum zum Spieleabend - und jeder bringt etwas mit. Klassiker kommen ebenso auf den Tisch wie Kennerspiele. Von Jascha Huschauer

Früher hätte Thorsten Schmink die Wette, was er von seinen Eltern zu Weihnachten bekommt, stets gewonnen. Unterm Baum lag - fast schon eine Familientradition- das "Spiel des Jahres". "Ich habe in meiner Jugend immer schon gerne Gesellschaftsspiele gespielt", sagt der 43-Jährige. Die Siedler von Catan oder das Rollenspiel "Das Schwarze Auge" (DSA) waren damals die Favoriten. Die Leidenschaft ist geblieben, auch wenn er zwischenzeitlich deutlich weniger gespielt hat. Das Kartenspiel Dominion - Spiel des Jahres 2009 - hat ihn dann wieder so richtig gepackt. Jetzt sei er wieder im Spielefieber. Um neue Mitspieler und neue Spiele kennenzulernen, hat Schmink eine Facebookgruppe gegründet. "Brettspiele(n) in Neuss" heißt sie und hat 75 Mitglieder. Tendenz steigend.

Beim Austausch im sozialen Netzwerk soll es allerdings nicht bleiben. Die Mitglieder der Facebook-Gruppe treffen sich in Haus Derikum, um sich die Zeit bei Brettspielen zu vertreiben - und neue Spiele kennenzulernen. Kurz bevor es losgeht, macht Thorsten Schmink in Haus Derikum alles für das Treffen bereit. "Why so serious" steht auf seinem schwarzen T-Shirt, darüber lächelt ein Joker. Thorsten Schmink hat zwei große Koffer mitgebracht, wie sie Handwerker benutzen, um Schrauben, Dübel und Nägel in jeder Größe sortiert zu transportieren. Thorsten Schmink hat den Koffer umfunktioniert. Er transportiert darin die Karten von Dominion. Bei inzwischen sieben Erweiterungen ist der Transport anders kaum mehr sortiert möglich.

Unter anderem wurde "Zombicide" gespielt. FOTO: DANIEL ELKE

Gerade nimmt Schmink einige Karten in die Hand und legt sie auf den Tisch. An dem sitzen Schminks Frau Melanie und seine Tochter Sarah, Stefan Sprengler und Thomas Janotta. Zu fünft wollen sie eine Runde Dominion spielen. Kennengelernt haben sie sich erst über die Facebookgruppe. "Ich kann im Familien- und Freundeskreis leider nicht so viele für Spiele begeistern", sagt Thomas Janotta, "deswegen bin ich sehr froh über die Facebookgruppe."

Ein Los, das viele Spieler teilen. Nicht nur in Neuss. 15 Facebookgruppen für Freunde von Brettspielen gibt es inzwischen in Deutschland, zum Beispiel auch in Köln und Düsseldorf. "Spielen macht einfach Spaß. Man trifft sich mit Freunden und hat zusammen eine gute Zeit", sagt Thorsten Schmink, "und gewinnen macht natürlich auch Spaß." Wie viele Spiele er zu Hause hat? "Puh, das weiß ich nicht", sagt er und lacht. Er hat aufgehört zu zählen. Und dennoch gibt es viele Spiele, die er nicht hat und gerne mal spielen würde. Auch dafür sei die Gruppe gut. Zum Austausch. Zum Über-den-Tellerrand-blicken. Zum Entdecken.

Die Grundlage dafür schafft an diesem Abend Georg Könen. Er ist zum Treffen ins Haus Derikum gekommen und hat "Zombicide" mitgebracht; ein Spiel, bei dem die Spieler zusammen gegen Zombies kämpfen müssen. "Das habe ich mir für heute gewünscht", sagt Schmink. So ganz einfach ist "Zombicide" allerdings nicht. Das Regelwerk ist 38 Seiten lang. Wieder bewährt sich die Gruppe. Könen kennt die Regeln schließlich schon und kann sie erklären. "So ist es viel leichter, ein Spiel zu lernen", sagt Schmink.

Acht Spieler sitzen an diesem Abend zusammen. Es wäre aber Platz für mehr. "Bei uns sind alle willkommen, und jeder kann gerne sein Lieblingsspiel mitbringen", sagt Thorsten Schmink. "Von Monopoly bis zum Geheimtipp."

Quelle: NGZ
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