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Neuss
Broichhof: Wasserquelle für 20.000 Haushalte

Neuss: Broichhof: Wasserquelle für 20.000 Haushalte
Stefan Alef leitet seit zehn Jahren das Wasserwerk Broichhof. Am Samstag stellt er dessen technischen Anlagen, aber auch die Brunnen vor. FOTO: A. Woitschützke
Neuss. Das Wasserwerk im Stadtwald ist Sonntag Ziel einer Exkursion, zu der Neuss-Marketing und NGZ einladen. Ein zweiter Termin ist abgemacht

Hoch "Annelie" und Sahara-Hitze erinnerten in den vergangenen Tagen eindrucksvoll an die lebenswichtige Bedeutung von Wasser. Die zuverlässige Versorgung mit sauberem Wasser ist hierzulande selbstverständlich. Wer macht sich schon Gedanken, woher das kostbare Nass kommt? Zumindest das Trinkwasser für rund 20 000 Haushalte in den nördlichen Stadtgebieten stammt aus Brunnen im Stadtwald nahe der Morgensternsheide. Dort wird im Wasserwerk Broichhof seit dem Jahr 1914 Grundwasser gefördert. Werksleiter Stefan Alef nimmt die Teilnehmer der "Neusser Räume"-Führung am Sonntag mit in das älteste Neusser Wasserwerk und kann auch das ehemalige Wasserwärterhäuschen zumindest von außen zeigen. Geplant ist außerdem ein Spaziergang zu einigen der Brunnen in der eingezäunten und sonst nicht zugänglichen Schutzzone I des Werkes.

Es war das rasante Bevölkerungswachstum zu Beginn des 19. Jahrhunderts, das den Bau einer neuen Wassergewinnungsanlage erforderlich machte. Außerhalb der städtischen Siedlungen fand sich auf einem Gebiet nahe dem Broichhof schnell eine wasserergiebige Stelle. "Dass dort Wassergewinnung möglich ist, verdanken wir nicht zuletzt dem Rhein, der nicht immer in seinem Flussbett blieb, sondern mäandrierte. Darum finden wir zu unseren Füßen Kies und Sand", erklärt Ingenieur Stefan Alef, der das Wasserwerk seit zehn Jahren leitet. Die physikalischen Eigenschaften der Wasserproben waren gut, das Wasser war klar und schmeckte. Der kaiserliche Amtsarzt bestätigte 1911 in einem Schreiben, das noch heute aufbewahrt wird, dass hier ordentliches Trinkwasser zu gewinnen sei. Drei Jahre dauerten Planung und Bau. Am 22. August 1914 schließlich wurde das Wasserwerk Broichhof in Betrieb genommen - damals noch mit dampfbetriebenen Pumpen.

Das Backsteingebäude ist dasselbe wie vor 100 Jahren. Geändert haben sich allerdings der Stand der Technik und die Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Rund zehn Millionen Liter werden im Wasserwerk Broichhof täglich gefördert.

Doch die Führung ist nicht nur für Technikanhänger ein Highlight. Auch Naturfans kommen auf ihre Kosten, da Stefan Alef "Räume" nicht nur als vier Wände plus Dach interpretiert. Er wird auch über die räumliche Ausdehnung des Wasserwerks sprechen, dessen Einzugsgebiet bis Grefrath, Glehn und Aldenhoven reicht. "Und im eingezäunten Nahbereich rund um das Wasserwerk, in den sonst niemand hineinkommt, wollen wir uns einige Brunnen erlaufen", kündigt er an und empfiehlt den Teilnehmern zu diesem Zweck trittsicheres Schuhwerk.

Der Stadtwald, für Stefan Alef gerade jetzt ein "superschöner Ort", existierte bei Inbetriebnahme des Wasserwerks übrigens noch gar nicht. Alte Aufnahmen zeigen das Backsteingebäude quasi auf der grünen Wiese. Erst später wurde drumherum aufgeforstet.

Bis Oktober laden Neuss Marketing und NGZ im Rahmen der Reihe "Neusser Räume" zu Aktiv-Touren ein, um den Neussern ihre Stadt unter ungewohnten Blickwinkeln näher zu bringen. Ziele sind Institutionen und Gebäude, die auch viele Neusser zumindest auf diese Weise nicht kennen.

Quelle: NGZ
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